Laut Studie
Ältere Menschen mit mehreren Medikamenten oft überfordert
27.06.2026 – 06:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehrere Medikamente über den Tag korrekt einzunehmen, bringt einige ältere Menschen an ihre Grenzen. Eine Studie zeigt, wo die größten Probleme liegen.
Viele über 70-Jährige müssen täglich mehrere Arzneimittel nehmen. Doch die richtige Anwendung ist oft schwieriger als gedacht. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen. Demnach führen vor allem praktische Hürden im Alltag dazu, dass Medikamente nicht immer wie vorgesehen eingenommen werden.
Jeder Fünfte hatte schon keine Medikamente mehr
Für die Untersuchung wurden 102 Menschen ab 70 Jahren befragt, die regelmäßig mindestens fünf verschiedene Arzneien einnahmen. Jeder Fünfte (20 Prozent) gab an, dass ihm Medikamente schon einmal ausgegangen waren. Fünf Prozent berichteten, Arzneimittel verwechselt zu haben.
Besonders häufig bereiteten Augentropfen Probleme: Rund 40 Prozent der Teilnehmer empfanden ihre Anwendung als schwierig. Fast jeder Fünfte hatte zudem Schwierigkeiten, Medikamentenverpackungen zu öffnen.
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Nicht fehlender Wille ist das Problem
Den Forschern zufolge liegen die Schwierigkeiten meist nicht an mangelnder Motivation. Die meisten Befragten wussten, wofür sie ihre Medikamente einnehmen, und bewerteten deren Nutzen positiv. Allerdings kann das Älterwerden die sichere Einnahme erschweren: Nachlassende Sehkraft, eingeschränkte Feinmotorik oder Gedächtnisprobleme können dazu führen, dass Medikamente falsch oder unregelmäßig angewendet werden.
Etwa 15 Prozent der Befragten wussten nicht genau, warum sie alle verschriebenen Medikamente benötigen, und drei Prozent äußerten Zweifel am Nutzen ihrer Behandlung.
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Mehr Unterstützung im Alltag nötig
Die Studienautoren betonen, dass eine sichere Arzneimitteltherapie nicht nur von der richtigen Verordnung abhängt. Ebenso wichtig sei es, regelmäßig zu prüfen, ob Patienten ihre Medikamente selbstständig korrekt anwenden können. Hausarztpraxen könnten Schwierigkeiten frühzeitig erkennen und gemeinsam mit Betroffenen nach Lösungen suchen – etwa durch leicht zu öffnende Verpackungen, praktische Einnahmehilfen oder Unterstützung durch Angehörige.
Weitere Studien sollen nun zeigen, welche Maßnahmen Fehler bei der Medikamenteneinnahme bei Älteren am wirksamsten verhindern können.










