Bilanz für erstes Quartal
Zahl der Insolvenzen steigt im März um 15,8 Prozent
12.06.2026 – 10:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Deutschlands Wirtschaft steckt in der Krise. Das spüren auch die Unternehmen. Die Zahl der Firmenpleiten steigt. Drei Branchen sind besonders betroffen.
Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im ersten Quartal deutlich gestiegen. Nach Angaben der Behörden wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 6.275 Unternehmensinsolvenzen bei den Amtsgerichten beantragt. Das sind 6,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im März stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen demnach um 15,8 Prozent.
- Aus nach 120 Jahren: Maschinenbauer in NRW insolvent
- Großaufträge für zwei Unternehmen: Litauen kauft Militärfahrzeuge aus Deutschland
Die deutsche Wirtschaft steckt im Umbruch. Die Autoindustrie kämpft mit dem Übergang vom Verbrenner zum E-Auto. Die Exportwirtschaft kämpft mit den Zöllen von US-Präsident Donald Trump und geopolitischen Risiken. So treibt der Krieg im Iran die Energiepreise, auch wichtige Lieferketten sind von der Krise am Golf betroffen.
Sowohl die Bundesregierung als auch die EU-Kommission senkten deshalb die Wachstumsprognosen für Deutschland. „Erhöhte Energiepreise und geopolitische Unsicherheit könnten bestehende wirtschaftliche Anfälligkeiten verschärfen und die Verteilung möglicher Wachstumsergebnisse nach unten verschieben“, warnte die EU-Kommission in ihren länderspezifischen Empfehlungen zu Deutschland.
Verkehr, Logistik und Gastro besonders getroffen
Am stärksten betroffen von der Entwicklung war der Bereich Verkehr und Lagerei. Auf diesen Sektor entfiel im ersten Quartal mit 32,1 Fällen je 10.000 Unternehmen die höchste Insolvenzhäufigkeit, gefolgt vom Gastgewerbe und dem Baugewerbe. Die Forderungen
der Gläubiger sanken jedoch trotz der gestiegenen Fallzahlen deutlich von 19,9 Milliarden im Vorjahresquartal auf rund 9,3 Milliarden Euro. Grund dafür war den Statistikern zufolge, dass diesmal weniger wirtschaftlich bedeutende Firmen Insolvenz anmeldeten.
Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnete wegen der mauen Konjunktur auch im Gesamtjahr mit mehr Firmenpleiten. „Es wird auch 2026 wieder mehr Insolvenzen und vor allem Schließungen geben“, sagte Creditreform-Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch kürzlich der Nachrichtenagentur Reuters. Eine konkrete Zahl könne er aber nicht nennen.
Es komme auch nicht nur darauf an, wie viele in die Pleite rutschten, sondern vor allem darauf, wen es treffe. „Besonders besorgniserregend ist derzeit, dass viele Unternehmen und Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe trotz eigentlich gesunder Unternehmensstruktur aus dem Markt austreten müssen.“
Auch bei den Verbrauchern hat die Zahl der Insolvenzen in den ersten drei Monaten zugelegt. Sie stieg um sechs Prozent auf 19.679 Fälle, wie die Statistiker weiter mitteilten. Allein im März lag der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar bei 18,9 Prozent.











