Warum Elon Musk trotzdem die Macht behält
Obwohl SpaceX an die Börse geht, bleibt Elon Musk weiterhin der dominierende Entscheider im Unternehmen. Die Milliarden aus dem Börsengang fließen direkt an SpaceX – Musk selbst kauft keine zusätzlichen Aktien.
Möglich macht seine Kontrolle ein sogenanntes Dual-Class-Aktiensystem. Die öffentlich gehandelten Aktien besitzen jeweils nur eine Stimme. Musk hält dagegen spezielle Klasse-B-Aktien mit zehnfachen Stimmrechten.
Dadurch kontrolliert er trotz eines geringeren wirtschaftlichen Anteils weiterhin mehr als 75 Prozent der Stimmrechte. Strategische Entscheidungen kann Musk damit auch künftig praktisch allein treffen – ohne Widerstand von Groß- oder Privatanlegern.
Genau darin sehen Kritiker ein Risiko: Anleger bleiben stark von Musks Entscheidungen und Kurswechseln abhängig.
Dafür braucht SpaceX die Milliarden
Mit dem offiziellen Börsenprospekt wurde auch die finanzielle Lage des Unternehmens sichtbar. SpaceX meldete für 2025 einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2026 kamen weitere 4,3 Milliarden Dollar hinzu.
Die Verluste entstanden jedoch nicht durch ein schwaches Kerngeschäft, sondern vor allem durch enorme Investitionen in neue Technologien und Infrastruktur. Das frische Kapital aus dem Börsengang soll deshalb vor allem Wachstum finanzieren.
- Ein Schwerpunkt liegt auf KI-Rechenzentren im All. Nach der Fusion mit Musks KI-Firma xAI baut SpaceX unter der Marke „SpaceXAI“ eine Infrastruktur für Künstliche Intelligenz im Orbit auf. Server im Weltraum könnten Sonnenenergie nutzen und sich im kalten Vakuum effizienter kühlen lassen.
- Hinzu kommt der Ausbau von Starlink. Das Satelliten-Internet zählt bereits mehr als 10 Millionen Kunden weltweit und gilt als wichtigste Einnahmequelle von SpaceX. Weil das Unternehmen stark in günstigere internationale Märkte expandiert, sinkt jedoch der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer. Deshalb investiert SpaceX Milliarden in neue Satellitengenerationen.
- Auch die Entwicklung der Mega-Rakete „Starship“ verschlingt enorme Summen. Allein 2025 investierte SpaceX rund 3 Milliarden Dollar in das Raketenprogramm und neue Startrampen. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 soll „Starship“ regulär Satelliten ins All transportieren.
Was Anleger über Preis und Bewertung wissen müssen
Den endgültigen Ausgabepreis der Aktie legen die beteiligten Investmentbanken – darunter Goldman Sachs – erst am Abend des 11. Juni nach Abschluss der sogenannten Bookbuilding-Phase fest. In dieser Phase sammeln Banken Kaufaufträge von Investoren ein, um den endgültigen Preis zu bestimmen.
Damit die Aktie für Privatanleger optisch günstiger wirkt, führte SpaceX bereits Anfang Mai einen 5-zu-1-Aktiensplit durch. Dabei wurde eine bestehende Aktie in fünf kleinere Aktien aufgeteilt. Der Gesamtwert des Unternehmens veränderte sich dadurch nicht, der Einzelpreis je Aktie sinkt aber deutlich.
Auf privaten Handelsplattformen notierte die SpaceX-Aktie vor dem Split zuletzt bei rund 400 bis 650 Dollar. Wie viel eine SpaceX-Aktie zum Börsenstart kosten wird, ist noch unklar. Berechnungen zufolge könnte der Preis je nach Stückelung zwischen 120 Dollar und 450 Dollar je Aktie liegen.
Unabhängig vom späteren Einzelpreis strebt SpaceX beim Börsengang eine Marktkapitalisierung von 1,75 bis 2 Billionen Dollar an.









