Studie überrascht
Könnten Augentropfen Kurzsichtigkeit stoppen?
13.05.2026 – 12:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Niedrig dosierte Augentropfen können womöglich helfen, Kurzsichtigkeit bei Erwachsenen auszubremsen. Was die Studie zeigt.
Kurzsichtigkeit nimmt weltweit zu – nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen. Schätzungen zufolge ist etwa jeder Vierte kurzsichtig. Nun macht eine neue Studie Hoffnung, denn bestimmte Augentropfen könnten helfen, die Entwicklung der Fehlsichtigkeit aufzuhalten. Nachzulesen sind die Ergebnisse im Fachmagazin „Eye and Vision“.
Ein Tropfen mit langer Wirkung
Forscher der University of Houston haben untersucht, wie sich Augentropfen mit Atropin bei kurzsichtigen Erwachsenen auswirken. Atropin ist ein Wirkstoff, der die Pupille erweitert und die Fähigkeit des Auges verändert, sich auf nahe Gegenstände zu fokussieren.
Für die Studie erhielten 20 gesunde Erwachsene zwischen 22 und 29 Jahren entweder ein Placebo oder niedrig dosiertes Atropin ins rechte Auge. Die Forscher überprüften anschließend unter anderem die Netzhaut, die Durchblutung des Auges und die Länge des Augapfels.
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Dabei stellte sich heraus, dass bereits ein einzelner Tropfen mit einer niedrigen Atropin-Konzentration bei den Studienteilnehmern die Pupillengröße und die Fähigkeit des Auges, sich scharfzustellen, veränderte – und das über mindestens 24 Stunden hinweg.
Keine Schäden am Auge festgestellt
Gleichzeitig fanden die Forscher keine Hinweise darauf, dass die Tropfen die Struktur des Auges kurzfristig schädigen. Auch die Dicke von Netzhaut und Aderhaut blieb unverändert. Lediglich die Durchblutung der Netzhaut veränderte sich vorübergehend.
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Hoffnung auf bessere Behandlung
Studienleiterin Lisa Ostrin betont, dass die Ergebnisse wichtig für das Verständnis der Behandlung seien. Die Tropfen könnten helfen, Kurzsichtigkeit gezielter und individueller zu behandeln. Besonders interessant sei, dass die Tropfen zwar funktionelle Veränderungen auslösen, aber offenbar keine kurzfristigen Schäden verursachen.
Noch ist allerdings unklar, wie stark Erwachsene über längere Zeit von der Therapie profitieren könnten. Das sollen nun weitere wissenschaftliche Untersuchungen klären: In den USA läuft bereits eine große klinische Studie, die prüfen soll, ob Atropin-Tropfen die Entwicklung von Kurzsichtigkeit langfristig aufhalten können.











