Emotionales Ende für Florian Kainz, Dominique Heintz und Luca Kilian: Der 1. FC Köln zeigt bei der würdigen Verabschiedung, wofür dieser Club stehen will.
Der 1. FC Köln könnte so vieles sein, wenn er nur wollte. Vor allem könnte der FC ein erfolgreicher Bundesligist sein. Das ist er bekanntlich nur bedingt. Doch am Sonntag gegen den 1. FC Heidenheim zeigten die Geißböcke, wofür sie als Club auch stehen wollen: für eine Herzlichkeit, die zwischenzeitlich verloren gegangen schien.
Florian Kainz, Dominique Heintz und Luca Kilian haben in ihren Karrieren insgesamt über 400 Pflichtspiele für den 1. FC Köln bestritten. Ihr Abschied am Sonntag war mehr als nur eine Randnotiz. Kainz, der ehemalige Kapitän und dienstälteste Spieler im Kader. Heintz, der Rückkehrer und allseits beliebte Pfälzer. Kilian, der Unglücksrabe mit drei schweren Knieverletzungen.
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FC-DNA schien zeitweise abhandengekommen
Ganz unterschiedlich sind ihre Geschichten in Köln und beim FC. Doch alle drei haben ihre Spuren hinterlassen. Und sie verdienten es, am Sonntag nach dem Spiel gegen den 1. FC Heidenheim mit Würde, Emotionen und warmen Worten verabschiedet zu werden. Kainz beendet seine Karriere, geht in seine Heimatstadt Graz. Heintz geht in eine noch vereinslose Zukunft, die aber wohl sicher mit einem neuen Vertrag im Sommer verbunden sein wird. Und Kilian hat tatsächlich eine unsichere Zukunft, weil er erst einmal wieder fit für den Profisport werden muss.
Die Art und Weise, wie der FC mit den Abschieden umging und welchen Rahmen er den Spielern gab, lässt auf eine gute Zukunft des Clubs hoffen. Während Corona und anschließend durch einige Personalentscheidungen auf Führungsebene war dem zehntgrößten Verein der Welt Verein mitunter das FC-Gen abhandengekommen.
Ultras mit passender Choreografie
Dieser Größe ist der FC sportlich schon seit Jahrzehnten nicht mehr ansatzweise gerecht geworden. Daran wollen Sportchef Thomas Kessler und Co. nun arbeiten. Aber menschlich war der Ausklang des letzten Heimspiels am Sonntag trotz der sportlich bescheidenen Leistung gegen Heidenheim genau das, was jedes Mitglied, jeder Fan vom FC erwartet: herzlich, nahbar, rührend.
Wie passend, dass die Ultras vor der Partie eine Choreografie ausrollen mit dem Leitsatz: „Wenn ich dausend Levve zo lääve hätt, kömm ich dausend Mol nit vun Dir loss“. Wenige Sätze erklären die Magie dieses Fußballclubs besser. Am Sonntag wurde er mit Leben gefüllt. In der kommenden Saison und in den nächsten Jahren soll dann auch wieder der sportliche Erfolg dazu kommen. Dann allerdings ohne Kainz, Heintz und Kilian.











