Orkanartige Wucht
Ist es riskant, Niesen zu unterdrücken?
Aktualisiert am 21.04.2026 – 15:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Um ein Niesen zu unterdrücken, verschließen manche dabei Mund und Nase. Doch beim Niesen baut sich großer Druck auf. Ist „innerliches“ Niesen gefährlich?
Sei es wegen der Lautstärke oder der potenziellen Verbreitung von Keimen: Niesen in der Öffentlichkeit ist vielen Menschen unangenehm. Das verleitet manche dazu, es aus Rücksichtnahme zu unterdrücken, etwa indem dabei Mund und Nase verschlossen werden. Doch Niesen ist ein Reflex, der dem Schutz des Körpers dient. Gefährdet es die Gesundheit, wenn man Niesen unterdrückt und gewissermaßen nach innen niest?
Beim Niesen entlädt sich Luft mit Wucht über Mund und Nase nach außen. Wer ein aufkommendes Niesen unterdrücken will und dazu Mund und Nase verschließt, bewirkt, dass sich der Druck im Körperinneren entlädt. Ernsthafte Folgen hat das normalerweise jedoch nur in seltenen Fällen.
Findet die Luft nicht über die Atemwege ins Freie, wird sie in andere Körperbereiche gepresst, etwa in die Nasennebenhöhlen oder in die Ohrtrompeten. Ist die Ursache des Niesens ein Infekt, können dabei Keime verschleppt werden und so unter Umständen eine Nebenhöhlenentzündung, eine Schleimhautentzündung in den Ohrtrompeten (Tubenkatarrh) oder eine Mittelohrentzündung hervorrufen. In manchen Fällen kann ein unterdrücktes Niesen auch ein geplatztes Trommelfell, ein geplatztes Äderchen im Auge oder unter Umständen gebrochene Rippen nach sich ziehen.
Daneben gibt es vereinzelte Fallberichte, bei denen Menschen mit Mund und Nase verschlossen geniest und sich dadurch schwerwiegendere Verletzungen zugezogen haben. So kam es etwa bei einem Mann bei einem unterdrückten Niesen zu einem schmerzhaften Riss im Rachen, über den auch Luft ins Gewebe gedrückt wurde. Diese war beim Abhören knisternd und knackend zwischen Hals und unterem Brustkorbende zu vernehmen. Infolge der Verletzung entwickelten sich bei ihm eine Schwellung im Hals sowie Probleme beim Schlucken und Sprechen.
Nach einer Zahn-OP im Oberkiefer besteht beim Niesen zudem das Risiko, dass es durch den Druck, der beim Niesen in den Kieferhöhlen entsteht, zu starken Nachblutungen kommt. Betroffenen wird deshalb in der Regel geraten, einige Tage lang möglichst gar nicht zu niesen beziehungsweise es keinesfalls zu unterdrücken, indem Mund und Nase dabei verschlossen werden. Lässt sich ein Niesen nicht mehr vermeiden, sollten Mund und Nase dabei offen sein.











