Regierung aktiviert Notfallplan
„Kokain-Hippos“ sollen getötet werden
Aktualisiert am 14.04.2026 – 09:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit mehr als 40 Jahren breiten sich die Flusspferde in Kolumbien aus. Der Staat ändert jetzt seine Taktik, um der Art Herr zu werden.
Die kolumbianische Regierung hat sich dazu entschieden, die Population der von Drogenbaron Pablo Escobar eingeführten Flusspferde deutlich zu reduzieren. In einer Pressemitteilung spricht die Regierung von einem „Notfallplan“, um die invasive Art zu bekämpfen. Kolumbiens Umweltministerin Irene Vélez Torres kündigte an, dass zunächst 80 Flusspferde getötet werden sollen.
Laut Schätzungen leben derzeit etwa 200 Flusspferde in Kolumbien. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die in dem Land nicht heimische Art bis 2035 sogar auf 1.000 Exemplare anwachsen.
Wie Experten erklären, bringt die Art das Ökosystem in dem südamerikanischen Land aus dem Gleichgewicht – einheimische Arten wie Seekühe und Flussschildkröten werden so gefährdet. Zudem zerstören die Tiere auch Felder und brachten bereits wiederholt Menschen in Gefahr.
In Kolumbien gab es jahrelange Diskussionen, wie mit den Flusspferden umgegangen werden soll. Bisher galt der Ansatz, dass Tiere in Zoos in Nachbarländern wie Mexiko, Indien und den Philippinen umgesiedelt werden sollen. Die erwünschten Ergebnisse seien allerdings ausgeblieben. Die Tötungen der Tiere (durch Keulen) sollen laut dem Umweltministerium in der zweiten Hälfte des Jahres stattfinden.
Drogenbaron Escobar hatte sich seinerzeit für seinen Tierpark in dem Luxusanwesen Hacienda Nápoles vier afrikanische Flusspferde angeschafft. Escobar wurde 1993 bei einem Polizeieinsatz in Kolumbien erschossen, sein Anwesen verfiel im Anschluss. Die Flusspferde zogen in die umliegenden Wälder, pflanzten sich dort fort und breiteten sich immer weiter aus.









