Für wen sich ein Diesel noch rechnen kann
Experten empfehlen einen Diesel vor allem für Fahrer mit hohen Jahresfahrleistungen. Als Richtwert werden häufig 20.000 bis 25.000 Kilometer pro Jahr genannt.
Dazu zählen etwa Pendler mit langen Arbeitswegen, Außendienstmitarbeiter oder Wohnmobilbesitzer. In diesen Fällen kann der geringere Verbrauch die höheren Anschaffungs- und Betriebskosten teilweise ausgleichen.
Weniger geeignet ist ein Diesel dagegen für Autofahrer, die überwiegend kurze Strecken fahren. Der Motor erreicht dabei oft nicht seine optimale Betriebstemperatur. Das kann auf Dauer die Abgasreinigung belasten. Unter anderem Dieselpartikelfilter und andere Komponenten der Abgasnachbehandlung arbeiten vor allem dann effizient, wenn das Fahrzeug regelmäßig über längere Strecken bewegt wird.
Ob sich ein Diesel tatsächlich rechnet, hängt jedoch vom Einzelfall ab. Neben dem Kraftstoffverbrauch spielen auch Anschaffungspreis, Kfz-Steuer, Versicherung, Wartungskosten und der spätere Wiederverkaufswert eine Rolle.
Was gegen den Diesel spricht
Dieselmodelle sind häufig teurer als vergleichbare Benziner (2.000 bis 4.000 Euro mehr). Hinzu kommen meist höhere Kfz-Steuern. Außerdem ist die Technik moderner Dieselfahrzeuge aufwendig. Partikelfilter, Abgasnachbehandlung und AdBlue-Systeme helfen dabei, Emissionen zu senken. Sie können im Alter eines Fahrzeugs jedoch zusätzliche Wartungs- oder Reparaturkosten verursachen.
Gleichzeitig wächst die Konkurrenz. Vor allem Hybridfahrzeuge decken inzwischen Einsatzbereiche ab, für die früher oft ein Diesel gewählt wurde.
Wie lange darf man Diesel noch fahren?
Das geplante Verbrenner-Aus der Europäischen Union betrifft nach aktuellem Stand nur Neuwagen. Ab 2035 sollen in der EU grundsätzlich keine neuen Pkw mit klassischen Benzin- oder Dieselmotoren mehr zugelassen werden. Bereits zugelassene Fahrzeuge dürfen weiterhin gefahren und verkauft werden. Wer heute einen Diesel kauft, muss also nicht befürchten, das Auto 2035 stilllegen zu müssen.
Offen ist dagegen, wie sich die Betriebskosten langfristig entwickeln. Hintergrund sind Diskussionen über die steuerliche Begünstigung von Dieselkraftstoff: Diesel wird in Deutschland bislang niedriger besteuert als Benzin. Deshalb ist Dieselkraftstoff an der Zapfsäule in der Regel günstiger. Immer wieder wird darüber diskutiert, diese Begünstigung abzuschaffen oder zu verringern. Hinzu kommt die Frage nach der weiteren Entwicklung der CO₂-Bepreisung im Verkehr.
Der Diesel ist damit längst kein Selbstläufer mehr. Für viele Autofahrer gibt es inzwischen Alternativen. Dennoch bleibt der Selbstzünder in einigen Bereichen gefragt – und dürfte deshalb noch länger auf deutschen Straßen unterwegs sein.











