Futter wird knapp
Insolvenz von Schweinzüchter trifft 200.000 Ferkel
06.08.2026 – 18:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Vorige Woche rutschte Schweinezüchter Geestferkel in die Insolvenz. An ersten Standorten wird das Futter für die Tiere knapp.
Von der Insolvenz des Schweinezuchtunternehmens Geestferkel GmbH mit Sitz in Niedersachsen sind in Sachsen-Anhalt nach aktuellem Stand rund 106.000 Tiere betroffen. Das teilte das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt in Halle mit. Es sucht nach Lösungen. „Die größte Herausforderung besteht derzeit darin, die Versorgung der Tiere sicherzustellen“, erklärte eine Sprecherin. „Die vorhandenen Mittel reichen insbesondere für Futtermittel, tierärztliche Versorgung, Energieversorgung, Wasser, Gülleentsorgung und weitere betriebsnotwendige Leistungen nur eingeschränkt aus.“
Den Angaben zufolge zählt Geestferkel zu den größten Ferkelerzeugern in Deutschland. In Sachsen-Anhalt befinden sich 14 von 23 Stallstandorten, weitere liegen in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Das Unternehmen mit rund 188 Mitarbeitern hat Ende Juli einen Insolvenzantrag gestellt. Bundesweit trifft das mehr als 200.000 Tiere.
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Geestferkel war durch den Verfall der Preise auf dem Markt für Schweinefleisch in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Der Fall beschäftigt auch die Politik. Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) erklärte vorige Woche: „Das geht schon ans Eingemachte.“
Futter in den Stallungen wird knapp
Bei Geestferkel werden nun die Vorräte an Tierfutter knapp. Bei den jüngsten Untersuchungen seien die Tiere noch nicht unterversorgt gewesen, so das Landesverwaltungsamt weiter. „Die Futtervorräte an den einzelnen Standorten waren jedoch nur noch für wenige Tage ausreichend. Die Versorgungslage wird deshalb von allen Beteiligten als hochkritisch bewertet.“ Betreuende Tierärzte hätten bislang keine gravierenden Tierschutzverstöße festgestellt.
Seit Anfang August liefen intensive Abstimmungen zwischen der Insolvenzverwaltung, den Veterinärbehörden, betroffenen Landkreisen sowie den zuständigen Landesministerien, hieß es. Es seien schon erste Maßnahmen auf den Weg gebracht: ein Besamungsstopp, geeignete Tiere würden beschleunigt vermarktet, Tierzahlen reduziert. Die Suche nach Investoren laufe.
Für einen Großteil der Ställe seien Übergangslösungen gefunden worden. „Die Lage ist stabil, aber weiterhin sensibel, da die Zukunft einzelner Standorte noch nicht abschließend geklärt ist“, so das Landesverwaltungsamt.










