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Home » Klassische Sandalen bei Kunden nicht mehr so gefragt
Wirtschaft

Klassische Sandalen bei Kunden nicht mehr so gefragt

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 31, 2026
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Branchenzahlen

Schuhklassiker wird zum Ladenhüter

Aktualisiert am 31.08.2026 – 08:41 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Schuhe stehen in einem Schuhladen von Deichmann. Foto: Maja Hitij/Archiv (Quelle: dpa)

Der Schuhkauf in Deutschland verschiebt sich spürbar. Sneaker bleiben gefragt, klassische Sandalen verlieren deutlich an Boden.

Die Menschen in Deutschland geben weniger Geld für Schuhe aus. Vor allem bei klassischen Sandalen geht die Nachfrage überdurchschnittlich stark zurück. Das geht aus dem neuen „Branchenbericht Schuhe“ des Handelsforschungsinstituts IFH Köln und der BBE Handelsberatung hervor.

Auch im Sommer seien Sneaker bequemer als Sandalen, sagt IFH-Marktexperte Hansjürgen Heinick. „Früher wechselte man den schicken Büroschuh einfach gegen die Sandale. Jetzt wird der Sneaker oft durchgetragen.“ Die Notwendigkeit des Wechsels sei nicht so groß – und offenbar auch nicht die Lust. Wer Sneaker habe, brauche weniger oder keine Sandalen.

Verbraucher gaben im vergangenen Jahr demnach nur 548 Millionen Euro für klassische Sandalen aus, 2019 waren es noch 621 Millionen Euro. Damit sank der Umsatz um knapp 12 Prozent – und damit deutlich stärker als im Schuhmarkt insgesamt (minus 5,5 Prozent).

Betroffen sind laut Heinick Sandalen für Damen, Herren und Kinder. In den Zahlen enthalten sind sowohl Ledersandalen als auch solche mit rekonstruiertem Leder – unabhängig davon, ob die Sohle aus Kunststoff, Kautschuk oder Leder besteht. Kunststoffsandalen wie Flip-Flops werden separat erfasst.

Umsätze sinken weiter

Der Schuhmarkt wird laut IFH von mehreren Trends beeinflusst. Es gibt weniger Schuhe pro Haushalt, Verbraucher setzen zudem stärker auf bequemere Modelle und einen lässig-eleganteren Stil („smart casual“). Um Geld zu sparen, sollen die Outfits möglichst vielseitig einsetzbar und saisonunabhängig sein. Das trifft auch Sandalen, die überwiegend im Sommer getragen werden.

Von dem Trend profitieren vor allem Sneaker – ein Sammelbegriff für sportliche Freizeitschuhe und Turnschuhe, die auch außerhalb des Sports getragen werden. Die Nachfrage nach Sneakern steigt seit Jahren. Der Schuhmarkt insgesamt verzeichnete laut IFH im vergangenen Jahr hingegen erneut ein Minus. Die Menschen in Deutschland gaben rund 9,3 Milliarden Euro für Schuhe aus – zwei Prozent weniger als 2024, als die Umsätze ebenfalls rückläufig waren.

Dass die Preise für Schuhe deutlich weniger gestiegen sind als die anderer Waren, hilft der Branche bislang kaum. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren Schuhe im Juli im Schnitt kaum teurer als ein Jahr zuvor, teilweise sogar geringfügig günstiger. Auch seit 2020 fällt der Anstieg moderat aus: Kinderschuhe kosteten zuletzt 7 Prozent mehr, Sportschuhe 6 Prozent, klassische Herren- oder Freizeitschuhe gut 9 Prozent. Zum Vergleich: Die Preise für Nahrungsmittel sind im selben Zeitraum durchschnittlich um 37 Prozent gestiegen.

Wie wird 2026?

Heinick rechnet auch 2026 nicht mit einer Erholung für die Branche. Unter Druck stehe insbesondere der Bereich Kinderschuhe. Die Geburtenrate sinke weiter, Eltern kauften dazu weniger Paare als früher. Zwischen dem ersten und vierten Lebensjahr werden die meisten Schuhe gekauft.

Sönke Padberg beobachtet, dass sich die Vorlieben der Konsumenten auch an anderer Stelle ändern. Weiße Sneaker seien inzwischen weniger gefragt, braun- oder erdfarbene Modelle dagegen häufiger, sagt der Geschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Textil-, Schuh- und Lederwareneinzelhandels (BTE). Zugleich steige die Nachfrage nach Pantoletten, die optisch an Sandalen erinnern, statt mehreren Riemen aber nur eine breite Bandage haben, meist aus Leder. Padberg sieht allgemein „eine Renaissance zurück zu klassischen und formellen, weniger lässigen und sportlichen Schuhformen“.

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