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Home » Zinsen vor nächster Erhöhung: Immobilienbranche zittert
Wirtschaft

Zinsen vor nächster Erhöhung: Immobilienbranche zittert

MitarbeiterBy MitarbeiterMärz 16, 2026
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Zinsen vor nächster Erhöhung: Immobilienbranche zittert

Angst vor Inflation

Iran-Krieg lässt Zinsen in die Höhe schnellen


16.03.2026 – 11:36 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Noch wird gebaut: Sollte die EZB die Zinsen wieder erhöhen, könnte der Wohnungsbau erneut ins Stocken geraten. (Quelle: Jens Kalaene/dpa/dpa-bilder)

Der Iran-Krieg geht in seine dritte Woche. Die Energiepreise steigen erneut, was auch die Sorge vor höheren Verbraucherpreisen anheizt. Das wirkt sich schon auf die Bauzinsen aus.

Wenn sich die Europäische Zentralbank (EZB) in dieser Woche wieder zu ihrer turnusmäßigen Zinssitzung trifft, dann dürfte es vor allem um die möglichen Folgen des Iran-Kriegs gehen. Steigende Energie- und Lebensmittelpreise lassen die Angst vor einer neuen Inflationswelle aufflammen. Nachdem die EZB im Zuge des Ukraine-Kriegs erst zögerlich reagiert hatte, erwarten viele Beobachter dieses Mal ein entschiedeneres Handeln.

Das wirkt sich jetzt schon auf den Immobilienmarkt aus. Die Bauzinsen in Deutschland sind nach einer Analyse der Frankfurter FMH-Finanzberatung im Schnitt über die Marke von vier Prozent gestiegen. Bei einer 500.000 Euro teuren Beispiel-Immobilie und einer Beleihung mit 90 Prozent liegen die Effektivzinsen für einen zehnjährigen Kredit bei 4,01 Prozent. Dies geht aus einer Analyse der Datenbank FMHX hervor. Grundlage der Auswertung sind 207 Anbieter inklusive Kreditvermittler. Mehrere Banken hätten zuletzt die Bauzinsen deutlich erhöht, hieß es.

Grund dafür sind die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen, die in Erwartung einer Leitzinserhöhung durch die EZB auf den höchsten Stand seit 2023 geklettert sind. Die Anleihenmärkte sind der zentrale Taktgeber für Bauzinsen.

Damit rückt der Traum vom Eigenheim für viele Interessenten wieder in die Ferne. Ohnehin haben sich die Bedingungen für den Hauskauf in den vergangenen Jahrzehnten verschlechtert: Der hohe Eigenkapitalbedarf, den Interessenten heute vor dem Kauf ansparen müssen, bremst viele aus: Seit den 1980er habe sich dieser verdoppelt, fand eine Untersuchung zu Jahresbeginn heraus. Steigen jetzt auch wieder die Zinsen, könnte Wohneigentum zum Luxus werden.

Für die Immobilienbranche ist das keine gute Nachricht. Nach den Zinserhöhungen 2022 ist der Wohnungsbau nahezu vollständig zum Erliegen gekommen, an den Baustellen in Deutschland bewegte sich lange gar nichts mehr. Nicht nur Privathaushalte konnten sich kein Eigentum mehr leisten, auch bei größeren Wohnungsunternehmen machten die Zinsen den Bau unwirtschaftlich. Diese Phase schien jetzt, vier Jahre später, endlich überwunden – die Zahl der Baugenehmigungen hatte sich zuletzt wieder erhöht. Nun könnte die nächste Energiekrise bevorstehen und die Forschritte zunichte machen.

Nach wie vor hängt alles an der Frage, wie lange der Krieg im Iran noch andauern wird – und vor allem, wie lange die Straße von Hormus gesperrt bleibt. „Bei einem längeren Krieg könnte die Inflation in diesem Jahr vorübergehend auf sechs Prozent steigen“, sagte Konjunktur-Chef des RWI-Leibniz-Institutes, Torsten Schmidt, der „Rheinischen Post“ am Freitag. „Dann ist das Wirtschaftswachstum weg, Deutschland würde in das vierte Jahr der Rezession rutschen.“ Dann käme es „zu echten Engpässen auf dem Weltmarkt“, was sich massiv auf die Verbraucherpreise auswirken würde.

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