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Home » Zahl der Insolvenzen in Hamburg steigt – Tausende Beschäftigte betroffen
Deutschland

Zahl der Insolvenzen in Hamburg steigt – Tausende Beschäftigte betroffen

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 2, 2026
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Hunderte Insolvenzen

Mehr Firmenpleiten in Hamburg – Tausende Beschäftigte betroffen


02.09.2026 – 11:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

„Dauerhaft geschlossen“ steht an einer Ladentür (Symbolbild): Die Firmeninsolvenzen in Hamburg nehmen zu. (Quelle: Christian Ohde/imago-images-bilder)

Die Zahl der Firmenpleiten in Hamburg steigt wieder. Gläubiger fordern Hunderte Millionen Euro. Eine Branche verzeichnet ein besonders starkes Plus.

Das Insolvenzgericht Hamburg hat im ersten Halbjahr 2026 über 441 Anträge auf Unternehmensinsolvenz entschieden. Das waren 32 Verfahren beziehungsweise 7,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt Nord am Mittwoch mitteilte.

Damit gehört der Wert zu den höchsten der vergangenen zehn Jahre. Nur in den beiden Halbjahren 2016 sowie in der zweiten Jahreshälfte 2025 registrierten die Statistiker mehr Unternehmensinsolvenzen.

Im ersten Halbjahr eröffnete das Amtsgericht unter anderem das Insolvenzverfahren über den Fahrradhändler CCH Concept-Cycles, der seine Filialen schloss. Das fast 230 Jahre alte Handelshaus Wachsmuth & Krogmann wurde abgewickelt. Im Mai folgte das Verfahren über die Betreiberfirma der Astra St. Pauli Brauerei.

59 Prozent mehr Insolvenzen bei Dienstleistern

Nach Angaben des Statistikamts entfielen die meisten Verfahren auf Unternehmen aus dem Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Dazu gehören unter anderem Unternehmensberatungen und Firmenverwaltungen. Die Zahl stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 17 Prozent auf 69 Fälle.

An zweiter Stelle lagen die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen mit 59 Insolvenzen. Dazu zählen etwa die Vermittlung von Arbeitskräften, der Garten- und Landschaftsbau sowie die Gebäudebetreuung. Im ersten Halbjahr 2025 waren in diesem Bereich noch 37 Verfahren registriert worden. Das entspricht einem Anstieg um knapp 60 Prozent.

Bezogen auf die Zahl der Unternehmen war das Gastgewerbe am stärksten betroffen. Auf 10.000 Betriebe kamen dort 108 Insolvenzen, im Hamburger Durchschnitt waren es 50. Die absolute Zahl der Verfahren im Gastgewerbe sank allerdings von 59 auf 55.

Gläubiger fordern fast 702 Millionen Euro

In den insolventen Unternehmen arbeiteten dem Statistikamt zufolge mindestens 2.680 Beschäftigte. Die Zahl ist unvollständig, weil nicht bei jedem Verfahren Angaben zu den Arbeitnehmern vorlagen.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger summierten sich auf fast 702 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2025 waren es 527 Millionen Euro. Im Durchschnitt entfielen auf jedes insolvente Unternehmen Forderungen von rund 1,6 Millionen Euro.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen sank dagegen um 3,3 Prozent. Das Gericht entschied über 1.156 Anträge von Privatpersonen. Ihre durchschnittliche Verschuldung lag bei 41.800 Euro.

Das Statistikamt weist darauf hin, dass die Bilanz nicht ausschließlich Anträge umfasst, die zwischen Januar und Juni gestellt wurden. Erfasst werden Verfahren, über die das Gericht in diesem Zeitraum entschied. Bei komplexen Verfahren kann zwischen Antrag und Entscheidung längere Zeit liegen.

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