Zehn Millionen Euro teure Anlage

Zu laut – XXL-Windrad wird abgebaut


18.06.2026 – 11:51 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Windrad auf einer Anhöhe nahe der Gemeinde Oberwiera im Landkreis Zwickau: Jetzt soll es weg. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa)

Seit zweieinhalb Jahren erst produziert eines der größten Windräder Sachsens Strom. Zehn Millionen Euro hat der Gigant gekostet. Jetzt soll der Riese von Oberwiera wieder weg.

In Sachsen wird eines der größten jemals in dem Bundesland errichteten Windräder wieder abgebaut. Den fachgerechten Rückbau werde der Hersteller ab Juli 2026 durchführen, teilte das Landratsamt des Landkreises Zwickau mit.

Hintergrund sind Klagen über Lärm. „Das XXL-Windrad in Oberwiera hat das Nervenkostüm der Einwohner aus den umliegenden Dörfern arg strapaziert“, berichtete jüngst die Regionalzeitung „Freie Presse“. An erholsamen Schlaf oder einen entspannten Nachmittag sei kaum noch zu denken, seit das insgesamt 250 Meter hohe Windrad Strom erzeuge.

  • Hitzewelle in Deutschland: Wetterkarten zeigen Extrem-Hitze für jeden Tag
  • Tragödie im Urlaub: Junggesellinnenabschied endet für Braut fatal

Windrad in Oberwiera: „Wir leiden furchtbar unter dem Koloss“

Erst im Dezember 2023 war die rund zehn Millionen Euro teure Anlage mit einer Nennleistung von sechs Megawatt ans Netz gegangen. Rein rechnerisch kann sie damit bis zu 5.000 Privathaushalte versorgen.

Schon kurz nach der Inbetriebnahme hatte die „Bild“-Zeitung vom großen Brummen des Riesen berichtet. „Wir leiden furchtbar unter dem Koloss“, hatte ein Anwohner erzählt. Der Investor, ein Gemeinderatsmitglied aus Oberwiera, hatte damals noch behauptet, es handele sich bei dem Lärm nur um Anlaufschwierigkeiten, die mit etwas Feintuning zu beheben seien.

Getriebetausch brachte nicht die erhoffte Verbesserung

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gab es eine uneingeschränkte Betriebserlaubnis, in Absprache mit dem Hersteller Vestas ging das Windrad aber von Anfang an in den reduzierten Betrieb. Wegen der Lärmproblematik war im vergangenen Jahr sogar das Getriebe des Windrades ausgewechselt worden – dies brachte aber nur eine teilweise Verbesserung.

Vestas mit Sitz in Dänemark ist nach eigenen Angaben seit 1986 auf dem deutschen Markt tätig und hat bundesweit bis heute mehr als 9.100 Windenergieanlagen mit einer Gesamtkapazität von mehr als 18,5 GW installiert. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.300 Mitarbeitende in Deutschland.

„Wir als Betreiberfirma haben mit dem Hersteller Vestas eine Einigung erzielt“, sagte Betreiber Andreas Berger zum Rückbau. Weitere Angaben zu den Hintergründen der Entscheidung, den Kosten des Rückbaus und dazu, wer diese trägt, machten weder Hersteller noch Betreiber. Alleine der Abtransport der jeweils 81 Meter langen Rotorblätter bedarf sorgfältiger Planung und verursacht hohe Kosten für die Transportfahrzeuge und Straßensperrungen.

Share.
Exit mobile version