„Schon wieder so ein Laden“

Alpen-Hütte wird von Touristen überrannt


17.08.2026 – 10:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Blick auf die Friedrich-August-Hütte (Archivbild): Touristen müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen. (Quelle: Google Maps)

Stundenlanges Warten in den Dolomiten: Einige Italien-Urlauber nehmen das in Kauf – für ein Gebäck.

In den Dolomiten hat der Touristenansturm auf eine Berghütte eine Diskussion über Massentourismus und den Einfluss sozialer Medien entfacht. Im Internet verbreiteten sich Videos von hunderte Meter langen Warteschlangen vor der Friedrich-August-Hütte im Gemeindegebiet von Campitello di Fassa im Trentino. Die Hütte liegt auf rund 2.300 Metern Höhe.

Wanderer erreichen die Hütte nach einer Fahrt mit der Seilbahn innerhalb von 20 Minuten – und sehen sich dann nicht selten mit einer langen Warteschlange konfrontiert. Unter einem von der italienischen Zeitung „La Repubblica“ veröffentlichten Video hagelt es spöttische Kommentare in Richtung der wartenden Touristen: „Die Leute sind buchstäblich verrückt geworden“, schimpft ein Nutzer. Ein anderer meint: „Verdammte Influencer.“

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Italien-Urlauber stehen Schlange – für ein Instagram-Foto

Doch wieso nehmen die Urlauber derart lange Wartezeiten in Kauf? Der Grund liegt in einem bestimmten Gebäck, das die Mitarbeiter der Friedrich-August-Hütte täglich zubereiten: Krapfen – auch Berliner oder Pfannkuchen genannt. Laut der Zeitung „Il T Quotidiano“ werden diese für vier Euro pro Stück angeboten – solange der Vorrat reicht.

Insbesondere bei Influencern ist die Hütte wegen der großzügigen Auslage mit malerischem Blick beliebt. Immer mehr Touristen besuchen sie für das perfekte Instagram-Foto. Täglich kommen in den Sommermonaten Hunderte, wie die Zeitung „Il Dolomiti“ berichtete.

Ärger in den Dolomiten: „Schon wieder so ein Laden“

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Dabei gibt es die Krapfen nicht erst seit dieser Saison – im Gegenteil: Laut „Il Dolomiti“ tauchten die süßen Teilchen erstmals im August 2020 auf der Instagram-Seite der Hütte auf. Seitdem loben zahlreiche Menschen in den sozialen Medien die Krapfen-Kreationen. Auf Google Maps ist die Hütte mit 4,5 von fünf Sternen bewertet – bei insgesamt über 6.000 Nutzermeinungen.

Doch auch hier finden sich inzwischen auch kritische Stimmen: „Kilometerlange Schlangen und stundenlanges Warten – nicht um einen Gipfel zu bezwingen, sondern um das rituelle Foto des mittlerweile berühmten Krapfens zu schießen“, kommentiert ein offenbar enttäuschter Nutzer. Und ein anderer wütet: „Schon wieder so ein Laden, der von Social-Media-Affen übernommen wurde, mit irren Preisen für Tiefkühl-Donuts.“

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