Kritik an der Fifa

WM-Boom bleibt aus: US-Hotels schlagen Alarm

06.05.2026 – 10:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Offizieller Spielball und WM-Pokal: Noch merken Hotels in den USA nichts von steigenden Buchungszahlen. (Quelle: IMAGO/Emily Curiel/imago)

Rund einen Monat vor Turnierbeginn liegen die Reservierungen vielerorts unter den Erwartungen. Ein Branchenverband sieht dafür mehrere Ursachen.

Wenige Wochen vor dem Start der Fußball-WM in den USA bleiben die Hotelbuchungen offenbar deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das geht aus einem Bericht des Branchenverbandes American Hotel and Lodging Association (AHLA) hervor. Der Verband übte dabei auch Kritik an der Fifa.

Die AHLA befragte ihre Mitglieder in den elf US-Metropolregionen, in denen WM-Spiele stattfinden – von New York bis Los Angeles. Rund 80 Prozent der Befragten erklärten demnach, dass die Buchungszahlen unter den ursprünglichen Prognosen liegen. Etwa 65 Prozent nannten zudem Visahürden und geopolitische Sorgen als Gründe für die schwächere Nachfrage.

AHLA-Präsidentin Rosanna Maietta sagte: „Eine Reihe von Faktoren hat den anfänglichen Optimismus gedämpft, auch wenn Vorlaufindikatoren weiterhin auf bedeutende Chancen hindeuten.“ Weiter erklärte sie: „Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, müssen die USA und die Fifa sicherstellen, dass internationale Reisende einen reibungslosen Aufenthalt erleben.“

Besonders schwach sollen die Buchungszahlen in Kansas City ausfallen. Dort lagen sie sogar unter den üblichen Werten für Juni und Juli. In Boston, Philadelphia, San Francisco und Seattle beschrieben viele Hoteliers das Turnier laut Bericht als „Nicht-Ereignis“.

Zudem berichteten Hotelbetreiber, dass umfangreiche Zimmerbuchungen durch die Fifa später wieder storniert worden seien. Dadurch habe sich zunächst „ein künstliches frühes Nachfragesignal erzeugt“.

Die Fifa erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, dass „alle Freigaben von Zimmern innerhalb der vertraglich vereinbarten Fristen mit den Partnerhotels erfolgt seien“. Außerdem seien „in vielen Fällen die Zimmer vor den festgelegten Fristen freigegeben“ worden, „um den Bedürfnissen der Hotels bestmöglich gerecht zu werden“.

Als weiterer Faktor gelten die verschärften Visabestimmungen unter US-Präsident Donald Trump. Auch die Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE und die damit verbundenen Sicherheitsbedenken stehen in der Kritik. Fangruppen bemängelten zudem hohe Ticketpreise und teure Transportkosten in einigen Städten.

Die USA richten die WM vom 11. Juni bis 19. Juli gemeinsam mit Mexiko und Kanada aus.

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