Prämien für Punkte
WM-Aktion von Süßwaren-Gigant stößt auf scharfe Kritik
30.06.2026 – 08:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Mit speziellen Aktionen werben Unternehmen zur Fußball-Weltmeisterschaft um Kunden. Das Punktesammeln von Ferrero stößt bei vielen medizinischen Fachgesellschaften jedoch auf Ablehnung.
Pünktlich zur Fußball-Weltmeisterschaft haben sich viele Unternehmen besondere Aktionen überlegt, um Kunden zum Kaufen ihrer Produkte zu animieren. Der italienische Süßwaren-Gigant Ferrero wirbt mit einer Sammelaktion zum Kauf: Wer Duplo, Hanuta, Nutella & Co. kauft, erhält eine bestimmte Anzahl an Sammelpunkten. Hat man genug zusammen, können die Punkte für Prämien wie Trinkflaschen, Socken, Bälle oder T-Shirts eingelöst werden.
Doch wer eine solche Prämie bekommen möchte, muss viele Schokoriegel essen. Hieran entzündet sich die Kritik der Deutschen Allianz für Nichtübertragbare Krankheiten (DANK), einem Bündnis von über 20 wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften.
Wer ist DANK?
Die Deutsche Allianz für Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ist ein Zusammenschluss von 24 wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungsgesellschaften, die sich der Stärkung der Prävention verschrieben haben. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem die Deutsche Herzstiftung, die Deutsche Diabetes-Gesellschaft, die Deutsche Krebsgesellschaft und der Hausärzteverband.
1,4 Kilogramm Zucker für eine Trinkflasche
Während die Prämien – wie der Fußball – zu Bewegung und Sport animieren sollen, steht die zu erbringende Gegenleistung in einem starken Gegensatz zu diesen Zielen. So müssen für den Erhalt der Trinkflasche 30 Punkte eingelöst werden. Diese bekommt man beispielsweise für den Erwerb von 15 10er-Packungen Duplo. Diese enthalten laut DANK insgesamt 1,4 Kilogramm Zucker.
Wer gar den Fußball, die höchste der verfügbaren Prämien ergattern will, muss dafür beispielsweise 20 Gläser Nutella kaufen – diese entsprechen mehr als fünf Kilogramm Zucker. Das zeige „die Absurdität solcher Werbeaktionen“, kritisiert DANK-Sprecherin Barbara Bitzer.
Auch Coca-Cola in der Kritik
Neben Ferrero steht auch der Softdrink-Riese Coca-Cola mit seiner Sammelaktion in der Kritik. Wer insgesamt zwölf verschiedene Sondereditionen sammelt, bekommt ein spezielles WM-T-Shirt. Gekauft werden müssen dafür zwölf 0,5-Liter-Flaschen der Brause. Diese entsprechen insgesamt 636 Gramm Zucker. Allerdings ist die Prämie auch dann erhältlich, wenn man zu den zuckerfreien Varianten der Getränke greift.
„Besonders problematisch ist, dass solche Aktionen nicht den Konsum eines einzelnen Produkts fördern, sondern gezielt auf Sammelmechanismen setzen“, so Bitzer weiter. Damit würden Kaufanreize geschaffen, die weit über den eigentlichen Verzehr hinausgehen. DANK fordert deshalb, Marketingmaßnahmen, die sich gezielt an Kinder richten, gesetzlich zu beschränken.
