Was genau Schlafwandeln verursacht, ist bislang nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich spielt bei der Entstehung des nächtlichen Phänomens eine Kombination aus erblichen und weiteren Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel:
- erbliche Veranlagung: Schlafwandeln tritt oft familiär gehäuft auf.
- Schlafmangel: Unzureichender oder unregelmäßiger Schlaf kann das Risiko erhöhen.
- Stress und Angst: Psychische Belastungen gelten als häufige Auslöser.
- Medikamente: Bestimmte Arzneimittel wie Antidepressiva, Beruhigungs- oder Schlafmittel können Schlafwandeln begünstigen.
- schlafbeeinflussende Substanzen: Alkohol oder koffeinhaltige Getränke können Schlafwandeln begünstigen.
- äußere Reize: Plötzliche Geräusche oder Licht können Schlafwandeln auslösen.
- andere Erkrankungen: Krankheiten wie Schlafapnoe oder Narkolepsie können mit Schlafwandeln einhergehen.
Schlafwandeln bei Erwachsenen: Was tun?
In den meisten Fällen ist Schlafwandeln bei Erwachsenen harmlos und tritt nur gelegentlich auf. Kommen solche Episoden jedoch häufiger und ausgeprägter vor, kann es ratsam sein, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Dann empfiehlt es sich etwa:
- auf regelmäßige Schlafenszeiten und ausreichend Schlaf zu achten.
- Türen und Fenster zu sichern und potenzielle Gefahrenquellen aus dem Schlafzimmer zu entfernen, um Verletzungen zu vermeiden.
- das Schlafzimmer gut abzudunkeln, da Schlafwandelnde oftmals auf die hellste Lichtquelle (wie ein Nachtlicht, eine Straßenlaterne vor dem Fenster oder auch Mondlicht) zulaufen.
- auf Alkohol oder Koffein einige Stunden vor dem Schlafengehen zu verzichten.
Auch regelmäßig angewandte Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training können sich positiv auswirken, indem sie den Stresslevel verringern.
Hilfreich kann es zudem sein, die Entspannungsübung mit einer sogenannten Vorsatzformel zu beenden. Also einer Art innerlich vorgesprochenem Satz, den man sich dabei am besten auch bildlich vorstellt. Solch ein Satz könnte zum Beispiel lauten: „Wenn meine Füße den Boden berühren, wache ich vollständig auf.“ Durch die regelmäßige Wiederholung kann sich der Vorsatz gewissermaßen im Gehirn verankern, sodass das Unterbewusstsein im besten Fall entsprechend reagieren kann.
In schweren Fällen kann der Arzt oder die Ärztin Medikamente wie Benzodiazepine, Antidepressiva oder auch Schlafmittel gegen das Schlafwandeln verschreiben. Da diese Medikamente allerdings mitunter selbst Schlafwandeln als Nebenwirkung hervorrufen können, sollten sie möglichst mit enger ärztlicher Begleitung verwendet werden.
Wie auf Schlafwandelnde reagieren?
Schlafwandelnde reagieren kaum auf äußere Reize wie Geräusche und sind im Allgemeinen schwer zu wecken. Gelingt es doch, sie aufzuwecken, reagieren sie häufig schreckhaft, verwirrt und teils auch aggressiv. Häufig wissen sie nicht, wo sie sind, und erkennen im ersten Moment auch ihr Gegenüber nicht immer sofort.
