Wie geht man mit so einer Nachricht um?
Es tut immer weh, so eine definitive Absage zu bekommen, auch wenn es die Wahrheit ist. Man lebt doch schließlich für solche Träume. Eins darf man dabei aber nicht vergessen: Für den Bundestrainer sind solche Gespräche ja auch nicht einfach und kein Vergnügen. Den offenen Austausch mit ihm schätze ich sehr. Ein anderes Gespräch aber ist viel schwieriger.
Das Gespräch mit sich selbst. Sich selbst einzugestehen: Dieses Jahr wird es wahrscheinlich nicht reichen. Aber es bringt auch nichts, sich selbst etwas vorzumachen, sich selbst anzulügen. Dann ist die Enttäuschung wahrscheinlich noch größer. Ich bin da mittlerweile realistisch genug, meine Leistung einschätzen zu können. Trotzdem lasse ich es mir gleichzeitig nicht nehmen, zu träumen.
Aber für mich absolut Teil meines Wesens. Ich ziehe Motivation daraus, den Glauben nicht aufzugeben. Da mögen manche sagen: Der Gosens hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank – aber so ticke ich nun mal (lacht). Schließlich geht es um die WM, das Größte für jeden Fußballer.
Auch in der Berichterstattung rund um die Kadernominierung fiel Ihr Name zuletzt höchst selten. Haben Sie sich ein wenig vergessen gefühlt?
Ich glaube, das liegt in erster Linie daran, dass ich im deutschen Fußball noch nie so präsent war wie andere, trotz meines einen Jahres bei Union Berlin.
Sie sprechen Ihren ungewöhnlichen Werdegang an.
Genau. Ich war und bin den Großteil meiner Karriere im Ausland unterwegs, erst in den Niederlanden, dann in Italien. In Deutschland wird eben nicht so umfangreich über die Eredivisie oder die Serie A berichtet.
Sie haben die DFB-Elf noch nicht aufgegeben?
Nein. Auch, weil Julian Nagelsmann mir das so gesagt hat. Er meinte, dass er mich, auch wenn ich jetzt nicht dabei bin, als Menschen und Spieler schätzt, und wenn ich in der kommenden Saison meine Leistung bringe, es wieder anders aussehen kann. Das hat mir sehr imponiert. Solange der Bundestrainer das zu mir sagt, werde ich immer an meinem Traum festhalten.
In Ihrer bisherigen Nationalmannschaftskarriere haben Sie für Joachim Löw, Hansi Flick und nun Nagelsmann gespielt – wie vergleichen Sie den aktuellen Bundestrainer mit seinen beiden Vorgängern?










