Betrug rund um das Volksfest

Oktoberfest: Wiesn-Wirte warnen vor Wucher


31.08.2026 – 09:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Das Paulaner Festzelt (Archivbild): Wer in einem der Festzelte Tische reservieren möchte, sollte das über die offizielle Webseite tun. (Quelle: IMAGO/Brigitte Saar/imago)

Wenn das größte Volksfest der Welt startet, haben auch Betrüger Hochkonjunktur. Die Stadt München und die Veranstalter des Oktoberfestes machen auf eine Masche aufmerksam.

Schon Wochen vor dem Oktoberfest (19. September bis 4. Oktober) tauchen im Internet zweifelhafte Angebote für Tischreservierungen auf. Die Wiesn-Wirte und die Stadt München warnen deshalb vor überteuerten und unseriösen Offerten.

Besonders skeptisch sollten Wiesnbesucher werden, wenn für einen Tisch auf dem Oktoberfest vierstellige Beträge verlangt werden. Die Reservierung eines Tisches sei grundsätzlich kostenlos, ebenso wie der Eintritt in die Festzelte. Allerdings müssen Gäste bei einer Reservierung in der Regel Verzehrgutscheine kaufen. Üblich sind etwa Gutscheine für zwei Maß Bier und ein halbes Hendl pro Person. Dafür können den Angaben zufolge rund 50 Euro pro Gast ausreichen.

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Streit um teure Wiesn-Tische landete vor Gericht

Wie hoch die Aufschläge bei Drittanbietern ausfallen können, zeigt ein Fall aus der Vergangenheit. Eine Event-Agentur verlangte dem Bericht zufolge 1.730 Euro für sechs Plätze inklusive Verzehr in einem großen Festzelt. Der Streit landete schließlich vor dem Landgericht München. Das Gericht beanstandete, dass den Käufern der Eindruck vermittelt worden sei, mit dem Kauf einen Anspruch auf die angebotenen Plätze zu erwerben. Tatsächlich war dies jedoch nicht der Fall.

Der Grund: Viele Wiesn-Wirte legen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen fest, dass Reservierungen nicht übertragbar sind. Werden Plätze über externe Anbieter weiterverkauft, kann die Reservierung deshalb storniert werden. Im schlimmsten Fall haben Kunden viel Geld bezahlt und stehen anschließend trotzdem ohne Platz im Festzelt da.

Wiesn-Wirte gehen gegen dubiose Angebote vor

Die Festwirte setzen inzwischen auch auf technische und juristische Hilfe. Beauftragte Anwaltskanzleien lassen das Internet mithilfe sogenannter Webcrawler nach verdächtigen Angeboten durchsuchen. Dabei handelt es sich um automatisierte Programme, die entsprechende Inserate aufspüren können.

Neben überteuerten Weiterverkäufen sind laut BR24 in der Vergangenheit auch vollständig gefälschte Angebote aufgetaucht. Betrüger kassierten dabei Geld, ohne überhaupt eine Gegenleistung anzubieten. Für die Geschädigten sei es anschließend häufig schwierig, ihr Geld zurückzubekommen.

Besuchern wird empfohlen, Reservierungen ausschließlich direkt über die Wiesn-Wirte oder über das offizielle Buchungs- und Wiederverkaufsportal „oktoberfest-booking.com“ abzuwickeln.

Besucher in Tracht. (Quelle: Oktoberfest Zinzinnati)

Vorsicht vor Betrug mit Trachten

Auch beim Kauf von Tracht im Internet sollten Verbraucher genau aufpassen. Immer wieder stoßen potenzielle Käufer auf Fakeshops, die zwar günstige Dirndl und Lederhosen anbieten, am Ende aber nur das Geld kassieren und nichts liefern. Die Verbraucherzentrale Bayern warnt: „Wenn ein Online-Shop verdächtig oder nicht seriös aussieht, sollten Interessenten den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen nutzen. Dort lässt sich die Adresse eines Online-Shops eingeben, um eine Einschätzung zur Seriosität zu erhalten.“

Wer bereits einen Tisch reserviert und die dazugehörigen Verzehrgutscheine gekauft hat, aber doch nicht kommen kann, darf die Reservierung legal weitergeben. Andere Interessenten können Tisch und Gutscheine übernehmen – entweder im Tausch oder zum ursprünglichen Preis. Im vergangenen Jahr wurden auf diesem Weg laut BR24 mehr als 750 Transaktionen abgewickelt.

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