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Home » Wie gut hilft der Pflanzenextrakt?
Gesundheit

Wie gut hilft der Pflanzenextrakt?

MitarbeiterBy MitarbeiterFebruar 23, 2026
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Wie gut hilft der Pflanzenextrakt?

Ohrgeräusche lindern

Ginkgo gegen Tinnitus: Wie gut hilft der Pflanzenextrakt?


Aktualisiert am 23.02.2026 – 07:43 UhrLesedauer: 3 Min.

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Tinnitus: Für manche Betroffene wird er zu einer großen Belastung. (Quelle: Yurii Yarema/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Ginkgo gegen Tinnitus ist beliebt. Der Pflanze wird nachgesagt, störende Ohrgeräusche lindern zu können. Doch stimmt das wirklich?

Angaben der Deutschen Tinnitus-Liga zufolge bekommen hierzulande jährlich etwa 250.000 Personen einen chronischen Tinnitus. Rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden sehr unter ihren Ohrgeräuschen. Die ständigen Töne im Ohr können die Lebensqualität erheblich einschränken. Betroffene suchen nach Hilfe. Ginkgo hat den Ruf, Tinnitus lindern zu können. Doch die Studienlage ist nicht eindeutig.

Fachleute sprechen von akutem Tinnitus, wenn er bis zu drei Monate anhält. Ohrgeräusche, die länger als drei Monate bestehen, werden als chronischer Tinnitus bezeichnet. Auch wenn die Ohrgeräusche wie Pfeifen, Rauschen oder Piepen keine Krankheit und meist harmlos sind, können sie das Leben der Betroffenen stark beeinflussen.

Laut der Deutschen Tinnitus-Liga handelt es sich um einen dekompensierten Tinnitus, wenn sich die betroffene Person aufgrund der Ohrgeräusche in ihrer Lebensführung stark eingeschränkt fühlt und einen Leidensdruck verspürt. Ist ein Tinnitus hingegen kompensiert, bedeutet dies, dass die betroffene Person zwar Geräusche wahrnimmt, sich durch sie aber nicht oder nur wenig beeinträchtigt fühlt.

Die gängige Therapie bei akutem, subjektivem Tinnitus ohne erkennbare Ursache ist die Gabe von Kortison. Die Glucocorticoid-Therapie kann als Kurzinfusion oder in Tablettenform erfolgen. Möglich ist auch, das Präparat durch das Trommelfell direkt ins Mittelohr zu spritzen. Bei Bedarf kann eine Krankschreibung erfolgen. Bei objektivem Tinnitus wird die zugrunde liegende Ursache behandelt. Die Spontanheilungsrate bei akutem Tinnitus liegt der Deutschen Tinnitus-Liga zufolge bei etwa 70 Prozent.

Behandlung von chronischem Tinnitus

Bei chronischem Tinnitus werden Betroffenen unter anderem kognitive Verhaltenstherapie, hörtherapeutische Maßnahmen wie das Tragen eines Hörgerätes, Tinnitus-Counseling (Erlernen spezieller Bewältigungsstrategien) sowie die Teilnahme an Selbsthilfegruppen empfohlen, um besser mit den störenden Geräuschen umzugehen.

Spezielle Tinnitus-Medikamente gibt es nicht. Viele Betroffene suchen Hilfe im Bereich der pflanzlichen Heilmittel. Laut den Autoren der Leitlinie „Chronischer Tinnitus“ ist Ginkgo biloba das bei Tinnitus am häufigsten verwendete pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel.

Ginkgo (Ginkgo biloba) ist eine aus China stammende und heute weltweit angepflanzte Baumart. Sie gehört zu den am intensivsten untersuchten Heilpflanzen. Es gibt verschiedene zugelassene Arzneimittel mit Ginkgo, unter anderem gegen Schwindel, Gedächtnisstörungen und Ohrgeräusche. Zu den wichtigsten Wirkstoffen in den Ginkgo-Blattextrakten gehören sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Terpenoide, Sitosterine und Anthocyane.

Wie die Verbraucherzentrale NRW betont, gibt es im Europäischen Arzneibuch für die Herstellung eines Arzneiextraktes aus Ginkgoblättern (Ginkgo-biloba-Trockenextrakt) genaue Vorschriften. Dort sei vorgegeben, wie viel Prozent der wirksamen Inhaltsstoffe enthalten sein müssen. Auch für die unerwünschte Ginkgolsäure gebe es eine Obergrenze. Die Kosten für ärztliche verschriebene Ginkgo-Arzneimittel (abzüglich des Eigenanteils) übernehme die Krankenkasse.

Anders sieht das den Verbraucherschützern zufolge bei Nahrungsergänzungsmitteln mit Ginkgo aus. Hier gebe es keine standardisierte Zusammensetzung. Eine mögliche Wirksamkeit sei ebenso unklar wie der Gehalt schädlicher Ginkgolsäuren. Auch müssen die Verbraucher die Mittel selbst bezahlen.

Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, dass Medikamente gegen Tinnitus wirken – das gilt auch für Ginkgo-Präparate. Zwar gibt es Studien, die auf einen möglichen lindernden Effekt hindeuten, etwa aufgrund einer besseren Durchblutung im Innenohr, was die Regeneration fördern soll. Doch aussagekräftige Beweise fehlen bislang. Viele Studien haben Schwächen und die Ergebnisse sind nicht eindeutig. In der Leitlinie „Chronischer Tinnitus“ der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) ist die Einnahme von Ginkgo entsprechend nicht empfohlen. Laut den Autoren ist die Datenlage unzureichend.

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