Rückkehr vor 40 Jahren
Fast verschrottet: Wie Hamburg ein Wahrzeichen rettete
30.10.2026 – 10:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Fünf baugleiche Frachter waren bereits verschrottet, als auch das letzte Schiff vor dem Aus stand. Der Hamburger Senat griff ein – und stieß auf Widerstand.
Es hätte nicht viel gefehlt, und die „Cap San Diego“ wäre auf einem Schrottplatz in Hongkong gelandet. Stattdessen kehrte der Frachter am 31. Oktober 1986 nach Hamburg zurück. Am Samstag jährt sich seine Rückkehr zum 40. Mal.
Nach Angaben des NDR begrüßten damals im Hamburger Hafen rund 6.000 Menschen das Schiff. Schiffshörner ertönten, ein Luftwaffenmusikkorps spielte. An Bord befanden sich etwa 200 Gäste und 70 freiwillige Besatzungsmitglieder. Kapitän Manfred Stroncik übergab den Frachter an Hamburgs damaligen Ersten Bürgermeister Klaus von Dohnanyi.
Aus der „Cap San Diego“ wurde „Sangria“
Gebaut wurde die „Cap San Diego“ auf der Deutschen Werft in Hamburg-Finkenwerder. Am 15. Dezember 1961 lief sie vom Stapel, im März 1962 begann ihre erste Reise nach Südamerika. Insgesamt absolvierte sie laut der offiziellen Schiffschronologie 120 Rundreisen zwischen Europa und Südamerika. Wegen ihrer eleganten Form erhielten die Schiffe der Baureihe den Beinamen „weiße Schwäne des Südatlantiks“.
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Doch mit dem Siegeszug der Containerschifffahrt verloren die klassischen Stückgutfrachter an Bedeutung. Ende 1981 verkaufte die Reederei Hamburg Süd das Schiff nach Spanien. 1982 wurde es in „San Diego“ umbenannt, vier Jahre später in „Sangria“. Die Verschrottung in Hongkong stand unmittelbar bevor. Seine fünf Schwesterschiffe waren zu diesem Zeitpunkt bereits abgewrackt.
400 Liter Farbe für die Rückkehr
Im August 1986 kaufte der Hamburger Senat den heruntergekommenen Frachter für rund 2,45 Millionen D-Mark, wie der NDR berichtet. Maßgeblich setzte sich Bürgermeister von Dohnanyi für den Erhalt ein. Der Kauf war allerdings umstritten: Laut NDR gab es Widerstand in der Hamburgischen Bürgerschaft und in der Bevölkerung.
Zunächst wurde das Schiff nach Cuxhaven überführt. Dort wurde der Frachter notdürftig für seine Rückkehr hergerichtet. Allein für den neuen weißen Anstrich wurden laut NDR rund 400 Liter Farbe benötigt. Auch seinen ursprünglichen Namen bekam das Schiff zurück.

Hamburgs Wahrzeichen fährt noch immer
Nach der Rückkehr begann die aufwendige Restaurierung. 1988 übernahm die Stiftung Hamburger Admiralität das Schiff. Seit 1995 ist die „Cap San Diego“ wieder fahrtüchtig. Im Dezember 2003 wurde sie in das Verzeichnis der beweglichen Denkmäler Hamburgs aufgenommen.