„Ozonverschmutzung schwächt die Photosyntheseleistung von Reis, was sich auf die Erträge auswirkt. Außerdem sinkt der Gehalt an Mikronährstoffen wie Zink und Eisen“, sagt Alam.

Vom Gewächshaus in Gießen bis zu den Feldern in Bangladesch

Der aus Bangladesch stammende Alam forschte für seine Doktorarbeit mehrere Jahre lang an ozonresistentem Reis – zunächst in Gewächshäusern und Laboren im hessischen Gießen. Die Pflanzen wachsen mittlerweile nicht nur unter kontrollierten Bedingungen, sondern auch in Feldversuchen in Bangladesch. Reis ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel für die rund 180 Millionen Einwohner des asiatischen Landes – und die Luftverschmutzung ist hoch.

„Ich kenne die Bauern, ich habe mit ihnen gesprochen und die Probleme auf den Feldern gesehen. Wenn es uns gelingt, eine ozonresistente Reissorte zu züchten, wird das den Bauern wirtschaftlich helfen und zur Ernährungssicherheit des Landes beitragen“, sagt Alam.

Eine neue Reissorte entsteht

Alam und Frei konnten an der Universität Gießen zeigen, wie schwerwiegend Ernteverluste durch Ozonbelastung sein können. „Wenn Reispflanzen im Gewächshaus Ozonstress ausgesetzt sind, kann das zu Ertragseinbußen von bis zu 50 Prozent führen“, sagt Frei. Unter realen Bedingungen und beeinflusst durch weitere Umweltfaktoren schätzen die Forscher Verluste zwischen 5 und 10 Prozent. „Bangladesch produziert jährlich rund 40 Millionen Tonnen Reis. Das bedeutet, dass jährlich rund 2 Millionen Tonnen der Ernte durch Ozonstress verloren gehen.“ Für viele Bauern, sagt Alam, sei es eine existenzielle Frage, ob genug Geld für Lebensmittel, Schule oder medizinische Behandlung vorhanden sei.

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