Ungewöhnliche Fanfreundschaft

Warum Lionel Messi in Bangladesch verehrt wird

07.07.2026 – 07:04 UhrLesedauer: 2 Min.

Lionel Messi: Der Titelverteidiger trifft im WM-Achtelfinale auf Ägypten. (Quelle: IMAGO/imago)

Es ist ein besonderes Phänomen. In Bangladesch herrscht während Weltmeisterschaften Messi-Mania. Warum das Land so für Argentinien jubelt.

Die über 13.600 Flugkilometer zwischen Atlanta und Bangladeschs Hauptstadt Dhaka werden die Messi-Mania und Argentinien-Euphorie auch beim WM-Achtelfinale des Titelverteidigers gegen Ägypten an diesem Dienstag (ab 18 Uhr im Liveticker bei t-online) nicht schmälern. Die Begeisterung in dem südasiatischen Staat, in dem Cricket eigentlich Sportart Nummer eins ist, um die „Albiceleste“ und ihren mittlerweile 39 Jahre alten Kapitän ist ein Phänomen. Tausende Menschen kommen zusammen, um die Spiele zu verfolgen und die Siege zu bejubeln.

„Bangladesch steht ganz im Bann der ‚Messi-Magie'“, schrieb jüngst die „Dhaka Tribune“. Daneben hat aber auch der bereits ausgeschiedene argentinische Erzrivale und Rekordweltmeister Brasilien eine große Anhängerschaft. „Vielleicht wehen in Bangladesch mittlerweile mehr argentinische und brasilianische Flaggen als in den jeweiligen Heimatländern selbst.“ Aber warum?

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Eine Indien-Reise von Maradona

„Die Begeisterung Bangladeschs für Argentinien hat zwei Hauptursachen, die beide mit der größten Fußballikone des Landes vor Messi zusammenhängen: Diego Maradona“, erklärte jüngst der „Buenos Aires Herald“. 1984 reiste die argentinische Mannschaft mal nach Indien, um am Nehru-Cup teilzunehmen. Die drei Siege, das eine Unentschieden und eine Niederlage waren zweitrangig. Maradona faszinierte die Menschen in Indien, aber eben auch im benachbarten Bangladesch.

Dann kam die WM. Argentinien schlug im politisch aufgeladenen Viertelfinale nach dem Falkland-Krieg England. Zweimal Maradona: Einmal mit der Hand Gottes, das zweite Tor wurde zum Jahrhunderttreffer gekürt. Auch für Bangladesch, bis 1947 Teil von Britisch-Indien, war das mehr als ein Sieg auf sportlicher Bühne.

„Als ‚Dritte-Welt‘-Land konnten sich die Bangladescher gut in die Lateinamerikaner hineinversetzen, die ebenfalls unter denselben wirtschaftlichen Nöten und der Ausbeutung durch den Westen gelitten hatten“, schrieb vor Jahren die „Dhaka Tribune“: „Als es dann zum Finale kam, gab es uneingeschränkte Unterstützung für Argentinien, und nach dem Spiel fanden die Bangladescher in Diego einen neuen Helden.“

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