Erfassung für Wehrpflicht
So viele Jungen antworten nicht auf Post von Pistorius
07.05.2026 – 11:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Bundeswehr braucht mehr Personal und setzt auf Freiwilligkeit. Nun werden erste Zahlen zum freiwilligen Dienst in der Truppe bekannt.
Die Bundeswehr sucht Personal und verschickt seit Jahresbeginn Briefe. Von den von der Armee im Rahmen des neuen Wehrdienstes bisher angeschriebenen 18-jährigen Männern haben knapp 72 Prozent den ihnen zugesandten Fragebogen beantwortet. Rund 28 Prozent der Jugendlichen hat auf das Schreiben der Bundeswehr nicht reagiert, obwohl die Männer ab Jahrgang 2008 dazu verpflichtet sind. Das berichteten die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (RND) unter Berufung auf die Bundeswehr.
Das Gesetz über den neuen Wehrdienst trat zum 1. Januar in Kraft. Kern ist die verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Jahrgang 2008. So sollen Freiwillige für einen Ausbau der Truppe rekrutiert werden. Sollten die Zielkorridore verfehlt werden, kann der Bundestag über eine Pflicht zur Einberufung entscheiden. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erklärte bei der Verabschiedung der Reform: „Andere europäische Länder, gerade im Norden, zeigen, dass das Prinzip Freiwilligkeit mit Attraktivität verbunden funktioniert – und ich erwarte das bei uns ganz genauso.“
Pistorius‘ Ministerium hatte zuletzt mitgeteilt, seit Anfang des Jahres bis zum 24. April hätten rund 194.000 Männer und Frauen das Anschreiben mit den Zugangsdaten zum Fragebogen erhalten. Aus positiven Rückläufern des Fragebogens würden Musterungen und Assessments durchgeführt und Interessierte für konkrete Verwendungen eingeplant. Belastbare Analysen und repräsentative Ergebnisse würden im Sommer vorgestellt. Das Verteidigungsministerium muss alle sechs Monate aktuelle Zahlen vorlegen.
Der nun verschickte Bogen enthält Fragen zur Eignung und Bereitschaft, in der Bundeswehr zu dienen. Frauen sind anders als Männer nicht zu einer Auskunft verpflichtet.
Rund die Hälfte der Antwortenden habe Interesse signalisiert, den mindestens sechsmonatigen freiwilligen Wehrdienst zu leisten, hieß es aus Bundeswehr-Kreisen. Das bedeute jedoch nicht, dass sie es am Ende auch täten. Ausschlaggebend werde in vielen Fällen sein, ob es gelinge, den Interessenten einen möglichst heimatnahen Wehrdienst anzubieten. Längere Entfernungen verringerten die Chancen.
Aus dem Verteidigungsministerium verlautete, es werde nicht hingenommen, dass sich Männer ihrer Antwortpflicht entziehen. Stattdessen werde dem nachgegangen. Hartnäckigen Verweigerern droht ein Bußgeld. Die Angeschriebenen haben für die Antwort einen Monat Zeit.










