Nach Anschlag auf den CSD

Wegner setzt auf Religionsunterricht

29.07.2026 – 12:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Abtransport des Tatautos nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin: Islamunterricht soll die Radikalisierung junger Muslime verhindern. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-bilder)

Mit Islamunterricht an Schulen will Berlins Bürgermeister der Radikalisierung junger Muslime entgegenwirken. Unterdessen geraten die Islamverbände in die Kritik.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hält Islamunterricht an Berliner Schulen für sinnvoll. „Es gibt immer wieder Jugendliche, die durch radikal religiöse Kontakte in sogenannten Hinterhofmoscheen radikalisiert werden“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch.

„Religionsunterricht an staatlichen Schulen könnte einen großen Teil dazu beitragen, Jugendliche vor solchen Beeinflussungen zu schützen. Dazu gehört, dass auch der Islamunterricht an Schulen stattfindet, der dadurch staatlicher Kontrolle unterliegen würde“, sagte Wegner.

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Abdul Ballout wollte sich „Islamischem Staat“ anschließen

„Auf diese Weise könnten wir Radikalisierungstendenzen entgegenwirken, die es in einigen wenigen, nicht in allen Moscheen in Berlin gibt“, sagte Wegner. „Gleichzeitig müssen wir den Druck und die Kontrolle auf radikale Moscheen erhöhen, mit dem Ziel sie zu verbieten.“

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) spricht sich für Islamunterricht an Berliner Schulen aus. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-bilder)

CDU und SPD hatten 2023 in ihrem Koalitionsvertrag die Einführung eines Wahlpflichtfachs Weltanschauungen/Religionen vereinbart, aber nicht umgesetzt. Die Teilnahme am Religionsunterricht in Berlin ist freiwillig.

Am Samstagabend war bei einem islamistisch motivierten Terroranschlag am Rande des CSD eine Frau getötet worden, 31 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Der 21-jährige Täter war im Mai wegen versuchten Anschlusses an die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu einer Jugendstrafe verurteilt worden und befand sich auf freiem Fuß. Abdul Ballout starb am Tag nach dem Anschlag durch Schüsse von Polizisten, die ihn gestellt hatten.

Özdemir kritisiert Islamverbände nach Anschlag auf CSD

Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir hat unterdessen die Reaktion von Islamverbänden auf den Anschlag kritisiert. „Es muss schon klar sein, dass es sich um einen schwulenfeindlichen, queerfeindlichen Anschlag handelt“, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart und bezog sich dabei nach eigenen Worten auf eine Stellungnahme der muslimischen Dachverbände. „Wenn man das Wort vermeidet, hat man ein Problem offensichtlich.“ Wenn man die Erklärung der islamischen Dachverbände lese, werde einem das Motiv des Täters nicht klar.

Nach der Gewalttat in Berlin findet Cem Özdemir deutliche Worte. (Archivbild) (Quelle: Christoph Schmidt/dpa/dpa-bilder)
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