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Bald können Europäer eine neue App nutzen, um beim Zugriff auf Online-Plattformen ihr Alter nachzuweisen. Dies ist Teil der umfassenderen Bemühungen der Union, Kinder vor schädlichen Inhalten zu schützen.

Die Europäische Kommission gab am Mittwoch in einer Ankündigung bekannt, dass ihre Altersverifizierungs-App nun für den Einsatz in allen EU-Ländern bereit sei.

Die App soll dazu beitragen, Kinder vor unangemessenem oder illegalem Material sowie vor Risiken wie Online-Grooming, Cybermobbing und „süchtig machendem Plattformdesign“ zu schützen.

Während die europäischen Mitgliedsstaaten abwägen Social-Media-Verbote Bei Kindern unter 15 Jahren aus psychischen Gründen sind Tools zur Altersüberprüfung zum Schlüsselthema der Debatte geworden.

Mit der Altersverifizierungs-App können Menschen bestätigen, dass sie alt genug sind, um bestimmte Online-Dienste zu nutzen, ohne mehr persönliche Informationen als nötig preiszugeben.

Wie funktioniert es?

Benutzer können es mit einem Reisepass oder Personalausweis einrichten. Einmal registriert, können sie damit auf Nachfrage einer Online-Plattform ihr Alter nachweisen.

Die App wird kostenlos, anonym und auf jedem Gerät verfügbar sein. Gemäß den Empfehlungen des Blocks müssen die EU-Mitgliedstaaten es bis Ende 2026 verfügbar machen.

Regierungen können es als eigenständige App anbieten oder in European Digital Identity Wallets integrieren. Dabei handelt es sich um eine App, die in Vorbereitung ist und es Benutzern ermöglicht, Informationen wie offizielle Ausweise und Bankdaten an einem einzigen Ort zu speichern, um ihre Identität nachzuweisen und auf öffentliche und private Dienste in ganz Europa zuzugreifen.

Mehrere EU-Länder, darunter Frankreich, Deutschland und Spanien, haben bereits eigene Regeln, die auf einigen Websites, insbesondere auf Websites für Erwachsene, eine Altersprüfung vorschreiben.

Die App ist außerdem Open Source, was bedeutet, dass andere Länder und Partner außerhalb der EU sie adaptieren könnten.

Die Kommission plant die Schaffung eines EU-Systems zur Altersüberprüfung, das Datenschutz- und Sicherheitsstandards für Anbieter und Entwickler festlegen wird.

Anschließend wird eine Liste der Anbieter veröffentlicht, die diese Standards erfüllen.

Datenschutzbedenken

Allerdings haben Datenschutzaktivisten und Wissenschaftler Bedenken hinsichtlich der Altersüberprüfung im Internet geäußert.

Im März warnten Hunderte von Akademikern aus 29 Ländern in einem offenen Brief, dass die Altersüberprüfung auf Social-Media-Seiten erst dann eingeführt werden sollte, wenn Datenschutz- und Sicherheitsrisiken ordnungsgemäß angegangen wurden.

Die Kommission sagte, ihre App sei darauf ausgelegt, unnötigen Datenaustausch zu vermeiden und es den Menschen zu ermöglichen, privat im Internet zu surfen.

Das Tool zur Altersüberprüfung ist Teil einer umfassenderen EU-Bemühungen zur Verbesserung der Kindersicherheit im Internet.

Die Kommission hat im Rahmen der digitalen Sicherheitsvorschriften auch Maßnahmen gegen große Plattformen ergriffen.

Diese Woche erklärte die Kommission, Meta habe gegen diese Regeln verstoßen, weil es angeblich nicht gelungen sei, Kinder unter 13 Jahren von der Nutzung von Instagram und Facebook abzuhalten.

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