Pilze sammeln
Giftiger Hexenröhrling: So wird er zum leckeren Speisepilz
Aktualisiert am 17.09.2025Lesedauer: 3 Min.
Er ist ein echter Leckerbissen, trotz seines ungewöhnlichen Namens: der Flockenstielige Hexenröhrling. Beim Sammeln müssen Sie jedoch einiges beachten.
Von Juni bis Oktober können Sie den Flockenstieligen Hexenröhrling (Neoboletus luridiformis, auch: Neoboletus erythropus) entdecken: entweder im Flachland unter Eichen und Rotbuchen oder im Bergland unter Fichten und Tannen. Er ist wegen seiner wildlederartigen Huthaut auch als Schusterpilz bekannt. Doch Vorsicht – der Speisepilz ist nur unter bestimmten Umständen genießbar.
Der Flockenstielige Hexenröhrling ist roh giftig. Wird er aber ausreichend gebraten oder gekocht, ist der essbare Pilz dank seines festen Fleisches ein Leckerbissen.
Zwar besitzt der Flockenstielige Hexenröhrling keinen bestimmten Geruch, ist aber mild und angenehm im Geschmack. Deshalb gehört er im gegarten Zustand zu den besonders geschätzten Speisepilzen.
Bei der Zubereitung sorgt die Hitze dafür, dass die nicht stabilen Giftstoffe zerfallen und aus einem giftigen ein essbarer Pilz wird. Dennoch können in seltenen Fällen Darmstörungen auftreten. Um dies zu vermeiden, sollten Sie während und nach dem Verzehr von Hexenröhrlingen auf Alkohol verzichten.
Der Stiel des Flockenstieligen Hexenröhrlings ist mit kleinen orange- oder karminroten Punkten besetzt. Er wird zwischen fünf und zwölf Zentimetern lang und zwischen zwei und vier Zentimetern dick. Bei Druck verfärbt er sich wie der grünlich-gelbe Röhrenboden des Pilzes schnell dunkelblau. Die ein bis drei Zentimeter langen Röhren haben enge Mündungen und sind am Stiel ausgebuchtet angewachsen.
Auch das feste Fleisch läuft beim Durchschneiden oder Brechen sofort dunkel an, meist grün-bläulich. Nach einiger Zeit verblasst diese Farbe jedoch wieder und tendiert eher zum Gräulichen. Der Pilzhut ist etwa acht bis zwanzig Zentimeter breit; die Huthaut braunfarben. Seine Hutform ist anfangs halbkugelig, dann polstermäßig gewölbt. Im jungen Alter und trockenen Zustand ist die Konsistenz samtig und feinfilzig, im feuchten eher klebrig-schmierig.
Hexenröhrlinge gehören zur Familie der Dickröhrlingsverwandten (Boletaceae). Der wenig vertrauenerweckende Name geht auf die Blaufärbung des Pilzfleisches zurück, wenn es berührt oder geschnitten wird. Im Volksglauben wurde das früher mit Hexerei in Verbindung gebracht. Neben dem Flockenstieligen Hexenröhrling gibt es unter anderem noch diese Hexenröhrling-Arten:
Einige Hexenröhrlinge sind zwar roh nicht essbar, aber verarbeitet sehr wohlschmeckend. Andere sind wiederum giftig. Deshalb ist beim Sammeln höchste Vorsicht geboten. Der Flockenstielige Hexenröhrling wird vor allem mit zwei anderen Pilzarten verwechselt:











