„Ist Sankt Mauritius hell und klar…“
Heute entscheidet sich angeblich der Winter
22.09.2026 – 13:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Der 22. September gilt seit Generationen als besonderer Lostag. Alte Bauernregeln für den Mauritiustag wollen verraten, was das Wetter an diesem Datum bedeuten soll.
Der 22. September gilt alten Bauernregeln zufolge als sogenannter Lostag. Das Wetter am Mauritiustag soll demnach einen Hinweis darauf geben, was in den kommenden Monaten bevorsteht. Vor allem ein klarer Himmel verheißt nach der Überlieferung nichts Gutes. „Zeigt sich klar Mauritius, viele Stürm‘ er bringen muss“, lautet eine der Bauernregeln.
Eine andere formuliert es ähnlich: „Klares Wetter an Mauritius, nächstes Jahr viel Wind kommen muss.“ Noch konkreter wird eine weitere überlieferte Regel: „Ist Sankt Mauritius hell und klar, stürmt der Winter, das ist wahr.“ Folgt man diesen alten Wetterweisheiten, wäre ein sonniger und klarer 22. September also ein Vorzeichen für einen windigen oder sogar stürmischen Winter.
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Die alten Bauernregeln für den Mauritiustag
Dabei beziehen sich nicht alle Überlieferungen ausschließlich auf den Winter. Manche reichen weiter. So kündigt die Regel vom klaren Mauritius viel Wind für das gesamte folgende Jahr an. Auch schlechtes Wetter am 22. September bekam in früheren Generationen eine Bedeutung zugeschrieben. „Gewitter um Mauritius, bringt Schaden und Verdruss“, heißt es in einer weiteren Bauernregel.
Eine andere Variante dreht die Vorzeichen um: „Es kommen stürmische Tage, ist Mauritius-Wetter keine Plage.“ Auch hier entscheidet nach der Überlieferung also das Wetter an einem einzigen Septembertag darüber, was anschließend folgen soll.
So unterhaltsam die alten Sprüche klingen, eine verlässliche Wettervorhersage liefern sie nicht. Es ist zu betonen: Aus dem Wetter eines einzelnen Tages lässt sich wissenschaftlich nicht ableiten, ob der kommende Winter besonders stürmisch wird.
DWD: Bauernregeln können einen wahren Kern haben
Ganz ohne meteorologischen Hintergrund sind solche alten Wetterweisheiten allerdings nicht. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) beruhen Bauernregeln teilweise auf langjährigen Wetterbeobachtungen und können deshalb einen wahren Kern haben.
Der DWD verdeutlicht das am Beispiel der bekannten Siebenschläferregel. Wörtlich genommen, soll das Wetter am Siebenschläfertag am 27. Juni bestimmen, wie es in den folgenden sieben Wochen weitergeht. Eine solche Aussage habe meteorologisch keine Aussagekraft, erklärt der Wetterdienst. Betrachtet man dagegen einen längeren Zeitraum, sieht es anders aus. Für die Witterung Ende Juni und Anfang Juli wurde laut DWD festgestellt, dass sie sich zumindest in Süddeutschland in bis zu 70 Prozent der Fälle bis Anfang August fortsetzt.
Ähnlich bekannte Wettererscheinungen und Überlieferungen sind die Eisheiligen, die Schafskälte, die Hundstage, der Altweibersommer und das Weihnachtstauwetter.
Wer hinter dem Mauritiustag steckt
Namensgeber des Lostags am 22. September ist der heilige Mauritius, dessen Gedenktag auf den 22. September fällt. Der Überlieferung zufolge war Mauritius ein römischer Märtyrer. Er kam zu Beginn des 4. Jahrhunderts während der Christenverfolgung auf Befehl von Maximianus ums Leben, dem Mitregenten des römischen Kaisers Diokletian.
