Aussage fiel vor Jahren

Partei will „Reiche erschießen“? Darauf bezog sich Weidel


Aktualisiert am 21.09.2026 – 10:22 UhrLesedauer: 2 Min.

AfD-Chefin Alice Weidel trommelt für ihre Partei im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt.

„Reiche erschießen“: Diese Formulierung von AfD-Chefin Alice Weidel am Wahlabend überraschte viele. (Quelle: IMAGO/Christian Schroedter)

Die Linke sei die Partei, die „Reiche erschießen“ lassen wolle. Dieser Satz von Alice Weidel am Wahlabend führte zu Aufregung. Wie kam sie darauf?

ZDF-Moderatorin Shakuntala Banerjee versprach sichtlich erstaunt einen Faktencheck, als die live zugeschaltete AfD-Chefin Alice Weidel der Linkspartei unterstellt hatte, sie sei die Partei, die „Reiche erschießen“ lassen wolle. Der so erschreckend klingende Satz ist zumindest nicht frei erfunden und tatsächlich so ähnlich gefallen – in folgendem Kontext.

Geäußert wurde er 2020 auf einer Strategiekonferenz der Partei in der hessischen Stadt Kassel. Ein weibliches Mitglied des Berliner Landesverbandes hatte sich aus dem Publikum heraus an einer Podiumsdiskussion beteiligt und dabei im Kontext der Parteilinie zum Thema Energiepolitik Folgendes gesagt: „Energiewende ist auch nötig nach einer Revolution. Und auch wenn wir das eine Prozent der Reichen erschossen haben, ist es immer noch so, dass wir heizen wollen.“

„Reiche erschießen“ – Riexinger entschuldigte sich

Als die Frau sich zu weiteren Themen äußern wollte, wurde sie unterbrochen. Bernd Riexinger, seinerzeit Co-Parteichef der Linken, hatte noch versucht, den Redebeitrag humoristisch einzuordnen: „Ich wollt‘ noch sagen, wir erschießen sie nicht, wir setzen sie schon für nützliche Arbeit ein“, ergänzte er.

Die Frau, deren voller Name nicht öffentlich wurde, entschuldigte sich Tage später im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) für ihre Aussage: „Sie widerspricht völlig meinen politischen Ansichten, ich verabscheue Gewalt gegen Menschen.“ Sie sei aufgeregt und gedankenlos gewesen.

Auch Riexinger machte später über die sozialen Medien deutlich, nicht angemessen reagiert zu haben: „Auch wenn der Kommentar einer Teilnehmerin auf der Strategiekonferenz nun völlig aus dem Kontext gerissen wird, er war und ist inakzeptabel. Ich bedauere, dass ich ihn nicht sofort unmissverständlich zurückgewiesen habe.“

Share.
Exit mobile version