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Home » Warum Weltraumschrott zur Gefahr wird
Digital

Warum Weltraumschrott zur Gefahr wird

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 24, 2026
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Astronomen warnen

Der Mond könnte zur Müllhalde verkommen


24.08.2026 – 15:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Eine Metalldose auf dem Mond: Das Bild wurde per ChatGPT erstellt. (Quelle: KI-Bild)

Immer mehr Überreste aus der Raumfahrt landen auf dem Mond. Vor den Folgen für die Erforschung des Erdtrabanten und künftige Missionen warnen Weltraumexperten.

Der Einschlag eines tonnenschweren Raketenteils auf der Mondoberfläche hat bei Weltraumexperten Kritik ausgelöst. Es sei reines Glück, dass nichts Wichtiges getroffen wurde, sagte Gregory Radisic, Weltraumrechtler an der australischen Bond University, im Gespräch mit der Nachrichtenwebseite „space.com“.

Raumfahrtunternehmen würden Risiken erst ernst nehmen, wenn es um Menschenleben gehe oder teure Infrastruktur beschädigt werde. „Wenn es zu Todesfällen oder Investitionsausfällen kommt, wird die Branche aufmerksam“, so Radisic. Ästhetische oder wissenschaftliche Werte kümmerten sie dagegen wenig.

  • Lander, Rover, Drohnen: Nasa konkretisiert Mond-Pläne
  • Rückkehr zum Mond: Milliardenkosten, Müll und Männer beim Golfen

Auch der Astronom und Raumfahrthistoriker Jonathan McDowell kritisierte die Einschläge von Weltraumschrott auf dem Mond scharf. Er sagte der Seite „space.com“: „Wenn man permanente menschliche Basen und wissenschaftliche Experimente auf dem Mond hat, möchte man nicht, dass Raketenstufen regelmäßig auf dem Mond aufschlagen.“ Das würde zu großen Staubwolken führen, die Instrumente verunreinigen oder Gravitationswellendetektoren stören.

Zudem veränderten die künstlichen Materialien und die Krater, die beim Aufprall schwerer Raketenstufen auf die Mondoberfläche entstehen, die Mondumgebung. Laut McDowell kann dadurch möglicherweise noch unerforschtes wissenschaftliches Material ausgelöscht werden.

UN-Regelungen bleiben vage

Marieta Valdivia Lefort von der Royal Astronomical Society weist darauf hin, dass es an rechtlichen Vorgaben fehle. Der Weltraumvertrag der Vereinten Nationen von 1967 verbiete zwar eine „schädliche Kontamination“ des Weltalls. Was genau darunter zu verstehen ist, sei aber unklar.

Es gebe kein spezielles internationales Abfallgesetz oder umfassendes Abfallmanagementsystem, zitiert „space.com“ aus einer E-Mail Leforts. Der Weltraumvertrag lege etwa „keine Mengengrenzwerte für Abfälle fest, richtet keine zugelassenen Entsorgungsstandorte ein und schreibt nicht vor, dass jedes Objekt auf dem Mond entfernt werden muss.“

Am 5. August 2026 war ein vier Tonnen schweres Raketenteil einer Falcon 9 von SpaceX auf der Mondoberfläche aufgeschlagen und hatte eine enorme Staubwolke aufgewirbelt. Diese war sogar mit Teleskopen von der Erde aus sichtbar.

Tausende fremde Objekte auf dem Mond

Das war nicht der erste Vorfall dieser Art. Experten schätzen, dass inzwischen rund 3.000 von Menschen geschaffene Objekte von Raumfahrtprogrammen auf dem Mond liegen. Aufgrund des weltweit gestiegenen Interesses an Flügen zum Mond könnte die Zahl weiter steigen.

Um Schäden zu vermeiden, hat SpaceX bereits damit begonnen, Raketenstufen in eine Umlaufbahn um die Sonne zu schicken. McDowell hofft laut „space.com“, dass das zum Standard wird: „Was wir jetzt sehen, sollte nicht die Norm für die Entsorgung von Raketenstufen sein“, so der Astronom.

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