Ungebetene Gäste
Darum krabbeln Stinkwanzen jetzt vermehrt in Wohnungen
07.10.2026 – 11:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Wenn die Temperaturen fallen, drängen Stinkwanzen in Häuser und Wohnungen. Warum sie kommen und wie man sie loswird.
Sie sitzen an Fenstern, krabbeln über Hausfassaden oder tauchen plötzlich in der Wohnung auf: Im Herbst begegnen viele Menschen wieder Stinkwanzen. Dass die Tiere ausgerechnet jetzt den Weg in Häuser suchen, hat einen einfachen Grund – sie brauchen einen geschützten Platz für den Winter.
Wenn die Temperaturen im Herbst sinken, suchen erwachsene Wanzen geeignete Verstecke zum Überwintern. Dabei können sie durch offene Fenster, Balkontüren, Rollladenkästen oder kleinen Spalten an der Fassade in das Haus gelangen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes können vor allem in warmen Jahren größere Zahlen von Wanzen auf der Suche nach einem Winterquartier in Gebäude geraten.
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Marmorierte Baumwanze ist auch in Köln angekommen
Nicht jede Wanze, die derzeit an einem Fenster sitzt, gehört zur selben Art. Neben heimischen Arten wie der Grünen Stinkwanze breitet sich in Deutschland seit Jahren auch die aus Asien stammende Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) aus. Das Julius-Kühn-Institut zählt sie zu den invasiven Stinkwanzen, die sich in Deutschland ausgebreitet haben.
In Köln ist die Art auch schon länger nachgewiesen. Bei einer Untersuchung im Jahr 2019 fanden Fachleute beispielsweise mehr als zehn Exemplare am Kolpingplatz in der Altstadt-Nord. Weitere Tiere wurden unter anderem am Stadtgarten an der Venloer Straße, in Neuehrenfeld, Widdersdorf, Pesch und Longerich festgestellt. Auch in diesem Jahr wurden im Raum Köln bereits 13.984 Individuen der Marmorierten Baumwanze gesichtet, wie Daten des Nabu zeigen.
Sind Stinkwanzen in der Wohnung gefährlich?
Für Menschen sind die Grüne Stinkwanze als auch die Marmorierte Baumwanze in der Regel ungefährlich. Sie stechen nicht und richten im Haus normalerweise keinen Schaden an. Unangenehm können sie jedoch trotzdem werden: Werden die Wanzen bedrängt oder zerquetscht, können sie ein intensiv riechendes Abwehrsekret absondern.
Das Umweltbundesamt rät deshalb davon ab, die Tiere mit Insektiziden zu bekämpfen. Stattdessen können einzelnen Wanzen vorsichtig mit einem Glas und einem Stück Papier eingefangen und nach draußen gebracht werden. Wer verhindern möchte, dass Tiere überhaupt hineinkomme, kann Fliegengitter an Fenster und Türen anbringen und größere Spalte oder andere Eintrittsmöglichkeiten am Gebäude abdichten.
Dass eine Wanze in der Wohnung auftaucht, bedeutet übrigens nicht, dass sie sich dort dauerhaft angesiedelt hat. Im Herbst ist für die Tiere vor allem eines interessant: ein möglichst geschützter Ort, an dem sie die kalte Jahreszeit überstehen können.
