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Home » Warum Rüstung die deutsche Industrie anschiebt
Wirtschaft

Warum Rüstung die deutsche Industrie anschiebt

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 13, 2026
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Warum Rüstung die deutsche Industrie anschiebt

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Rüstungsunternehmen sichern sich wertvolle Großaufträge. Das tut der gesamten deutschen Industrie gut. Den Aktienmärkten auch. Wird es ein guter Börsensommer?

Miesmachen, das können wir in Deutschland. Aber jetzt tut sich was in der Wirtschaft. Und das zeigt sich auch an der Börse. TKMS ist nur ein Beispiel.

Das Rüstungsunternehmen steht vor einem Milliardenauftrag. Zwölf U-Boote für Kanada. Ein Meilenstein. Entsprechend gewürdigt wird das an der Börse: mit elf Prozent Tagesplus.

Gute Investorenstimmung

Das hat der Investorenstimmung gutgetan. Denn die Aktie, erst im Herbst an die Börse gegangen, hatte zwar mal an der 100-Euro-Marke gekratzt. Sie war zwischenzeitlich aber auch schon für weniger als 60 Euro zu haben.

Antje Erhard
(Quelle: Rüdiger Jürgensen)

Zur Person

Antje Erhard arbeitet seit rund 20 Jahren als Journalistin und TV-Moderatorin. Ihr Weg führte sie von der Nachrichtenagentur dpa-AFX u. a. zum ZDF. Derzeit arbeitet sie für die ARD-Finanzredaktion in Frankfurt und berichtet täglich, was in der Welt der Börse und Wirtschaft passiert.

Dagegen stürzte Konkurrent Hanwha Ocean aus Südkorea an der Börse ab. Hanwha war als Letzter neben TKMS noch mit im Rennen um den U-Boot-Auftrag. Die Aktie verlor ein Viertel an Wert. Das zeigt, wie wertvoll so ein Großauftrag ist. Und wie eng Freud und Leid an der Börse beieinander liegen.

Kanadische Medien hatten berichtet, der Auftrag für TKMS, auch wenn er noch nicht ausverhandelt ist, sei für die Gesamtlaufzeit inklusive Wartung und Betrieb rund 60 Milliarden Euro schwer. Der Auftragsbestand habe sich um 50 Prozent erhöht, erklärte TKMS selbst.

Viel zu stemmen

2033 soll das erste U-Boot geliefert werden. TKMS muss es nun schaffen, die zahlreichen neuen Aufträge abzuarbeiten – keine leichte Aufgabe. Denn Aufträge dieser Art und Größe brauchen Jahre. Aber dann winken immer auch lukrative Wartungsdeals.

Die Bundesregierung soll intensiv für den TKMS-Auftrag geworben haben. Die deutsche Industrie braucht dringend solche Geschäfte. Und der Verteidigungssektor ist ein wachsender Markt. Ein Hoffnungsträger. Immerhin.

Nato und Bund bringen Aufträge

Gerade haben die Nato-Staaten ein milliardenschweres Abkommen geschlossen. Rüstungsaufträge über Milliarden in nicht genannter Höhe: für Drohnen, Flugzeuge, Raketen. Der Druck der USA und die Frage, ob die Vereinigten Staaten noch ein verlässlicher Nato-Partner sind, erhöhen das Tempo.

TKMS hat nun innerhalb von drei Wochen zwei dicke Fische an Land gezogen. Zunächst einen Fregatten-Auftrag, nun die U-Boote.

Die Investitionen Europas in Verteidigung und Infrastruktur kommen auch zunehmend in der Realwirtschaft an. Und so zeigt sich: Gerade die deutsche Industrie scheint ihre Talfahrt – Ökonomen sahen die Produktion der Industrie zuletzt auf dem Niveau von 2010 – zu stoppen.

Industrie: Mehr Aufträge, größere Produktion

In diesen Tagen hatte die Industrie ohnehin gemeldet, dass gerade solche Aufträge aus Rüstung und Maschinenbau die Auftragslage im Mai ordentlich verbessert hatten. Und zwar stärker als von Ökonomen erwartet. Trotz Krieg, Lieferketten-Debakel, Inflation. Mehr Aufträge heißt: eine höhere Produktion.

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