Bier bringt Wirtschaft zusammen

Nürnberg zapft im Ausland neue Chancen an


06.08.2026 – 17:14 UhrLesedauer: 3 Min.

Party im Faliro Park: Im griechischen Kavala wurde groß gefeiert - unter anderem die langjährige und enge Städtepartnerschaft zu Nürnberg.

Party im Faliro Park: In der griechischen Ortschaft Kavala wurde groß gefeiert – unter anderem die langjährige und enge Städtepartnerschaft zu Nürnberg. (Quelle: Konstantinos Saraidaris)

Wie kommen fränkisches Bier und Lebkuchen an die Ägäis? Die Antwort liegt fast 30 Jahre zurück. Ein Bierfest in Griechenland zeigt, was aus Städtepartnerschaft alles entstehen kann.

„O’zapft is'“ – jetzt auch am Ägäischen Meer. Auf der Bühne spielt eine Band, im Glas schwappt im Takt deutsches Bier. Der Anstich kommt aus Nürnberg, das Publikum ist griechisch. Für Kavala ist das ein Novum. Dass diese bayerische Tradition hier ankommt, ist der Partnerschaft mit Nürnberg zu verdanken. Ende Juli feierte die nordgriechische Hafenstadt im Faliro-Park erstmals ein Bierfest, ursprünglich nach Nürnberger Vorbild. Was als Städtepartnerschaft begann, bringt Nürnberg heute neue wirtschaftliche Chancen.

Warum Griechenland für die Messe wichtig ist

Organisiert wird das Festival von Forum S.A., der griechischen Tochter der Nürnberger Messe. Die ist international längst zur Marke geworden und in Griechenland besonders erfolgreich. Um das Bier allein geht es hier schon lange nicht mehr: Lokale Erzeugnisse und Streetfood gehören ebenso dazu wie Konzerte und ein Familienprogramm. Aus Nürnberg reisten politische und wirtschaftliche Vertreter an, um die Partnerschaft zu feiern und zu intensivieren.

Festival rund ums Bier: In Griechenland wurde das Fest „Beer & More“ begangen, das nach fränkischem Vorbild stattfand. (Quelle: Meike Kreil/t-online)

Begonnen hat alles rund 18 Monate zuvor bei einer Jubiläumsfeier in Athen, erzählt Nürnberg-Messe-Chef Peter Ottmann im Gespräch mit der Nürnberger Lokalredaktion von t-online. Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König traf damals auf Kavalas Bürgermeister Theodoros Mouriadis. Zu vorgerückter Stunde entstand so der Plan, das bislang auch in Athen bekannte Bierfestival an die Nordküste Griechenlands zu bringen.

Ottmann beschreibt die Tochtergesellschaft so: „Die sind so ein bisschen unser Schweizer Taschenmesser.“ Neben Fachmessen richtet sie etwa auch Publikumsevents aus. Seit 2019 gehört Forum S.A. zur Nürnberg-Messe-Group. So veranstaltet das Unternehmen in der Hauptstadt bereits ein Kaffee- und ein Bierfestival. Und Letzteres nun auch in Kavala, der 54.000-Einwohner-Hafenstadt.

Albrecht Dürer schaut vom Plakat in der griechischen Hafenstadt: Nürnberger Stand auf dem Bierfestival in Kavala. (Quelle: Meike Kreil/t-online)

Was hinter dem Bier steht

Der Anstich am Meer ist der vergnügliche Teil einer Geschichte, die weiter zurückreicht. Nürnberg und Kavala sind seit dem 1. Juni 1999 offiziell Partnerstädte. Sotirios Xognos vom „Philos“-Verein führt die Partnerschaft auf eine Initiative griechischer Einwohner Nürnbergs zurück, die sich eine griechische Partnerstadt gewünscht hätten. Nach längeren Diskussionen sei die Wahl auf Kavala gefallen.

Praktisch wurde die Partnerschaft während der griechischen Finanz- und Wirtschaftskrise. Nürnberg unterstützte seine Partnerstadt unter anderem mit zwei Löschfahrzeugen. Krankenschwestern aus Kavala absolvierten Praktika in Nürnberger Seniorenheimen, später gingen auch Pflegebetten nach Griechenland. Durch Kavala führt zentral etwa auch eine Nürnberger Straße.

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