Hitzige TV-Debatte
Kinderärztin kontra Merz: Jetzt ruft sie zur Demo auf
05.09.2026 – 08:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Im TV kassierte Bundeskanzler Friedrich Merz von ihr eine gehörige Schelte. Nun ruft Kinderärztin Bea Merscher zur Demo auf – mitten in Berlin.
Nach ihrem öffentlichen Schlagabtausch mit Bundeskanzler Friedrich Merz in der RTL-Sendung „Am Tisch mit Merz“ hat Kinderärztin Bea Merscher zu einer Demonstration vor dem Reichstag in Berlin aufgerufen. Von 13 bis 17 Uhr findet am heutigen Samstag (5. September) auf dem Platz der Republik eine angemeldete Kundgebung mit Bühnenprogramm statt. Die Veranstaltung läuft unter dem Motto „Es reicht! Gesundheit statt Sparwahn.“
Anlass sind Merschers Angaben zufolge das im Juli beschlossene GKV-Spargesetz sowie eine Reihe von Kürzungen, die Kinder, Familien und Menschen mit Behinderung besonders hart treffen. Auf der Bühne werden insgesamt 28 Redner aus verschiedenen Bereichen wie der Hebammerei, der Pflege und der Ärzteschaft stehen.
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Die Kinderärztin hatte sich Ende August in der TV-Runde eine aufgeheizte Diskussion mit Merz geliefert und damit große Aufmerksamkeit erregt. Merscher fragte den Kanzler in der Sendung, warum er seinen Amtseid breche und „menschenverachtende und zerstörerische“ Gesetze wie das Sparpaket bei den Gesundheitsausgaben erlassen würde. „Das geht jetzt ein bisschen über das normale Maß der Kritik hinaus“, antwortete Merz. „Das ist eine persönliche Herabsetzung, die geht zu weit.“
Merz wehrt sich gegen Vorwürfe
Er sei bereit, Kritik hinzunehmen, sagte Merz. „Dass wir Probleme haben und dass wir die lösen müssen, einverstanden. Aber das geht zu weit. Das ist eine persönliche Herabsetzung.“ Man könne ja sagen, man sei nicht einverstanden mit dem, was die Bundesregierung tue. „Aber uns, und auch mir persönlich, einen vorsätzlichen Bruch meines Amtseides vorzuwerfen, das ist schon ziemlich harter Tobak.“ Er weise den Vorwurf mit Entschiedenheit zurück, „dass ich vorsätzlich die Zukunft dieser Kinder zerstöre“.
Merz wies Vorwürfe zurück, die Gesundheitsreform gehe eher auf Kosten der Versicherten als beispielsweise der Pharmaindustrie. „Das ist ein Gefühl. Aber das entspricht nicht unserem Gesetz“, sagte der Kanzler. Die Bundesregierung habe alle Beteiligten am Gesundheitswesen mitbelastet und „aufgefordert und auch dazu gebracht, Einsparbeiträge zu leisten“. Merz ergänzte: „Also ich finde, Sie machen sich das ein bisschen leicht.“
