Naturgefahren
Hitze wird für Hausbesitzer zum großen Risiko
29.07.2026 – 14:54 UhrLesedauer: 4 Min.
Es wird wieder heiß in Deutschland – nicht zum letzten Mal. Für Hausbesitzer wird das Extremwetter zunehmend zu einem Problem, das vor allem die Immobilienwerte sinken lässt.
Ob Hitze, Sturm oder Starkregen: Immobilien sind der Natur unmittelbar ausgesetzt. Welche Klimarisiken dem Gebäudebestand in Deutschland zukünftig besonders zusetzen werden, hat nun das Beratungsunternehmen Wüest Partner zusammen mit dem Softwareunternehmen Climada Technologies untersucht. Die Ergebnisse können dabei maßgeblichen Einfluss auf die Attraktivität der jeweiligen Gebäude und damit auch auf ihren Marktwert haben.
Eine zentrale Erkenntnis hierbei: Vor allem das Hitzerisiko steigt in den kommenden Jahren deutlich an. Je nach Entwicklung des Klimas könnten bis 2050 mehr als 68 Prozent der Gebäude hierzulande einem hohen bis sehr hohen Hitzestress ausgesetzt sein – also deutlich höheren Temperaturen als bislang. Zum Vergleich: Im historischen Referenzzeitraum (1985 bis 2014) war noch kein Gebäude hierzulande von einem hohen Hitzerisiko betroffen.
Allerdings entfallen die 68 Prozent auf das extremste Szenario, das von einer weiteren Erhöhung des CO2-Ausstoßes ausgeht. Doch auch in anderen Szenarien erhöht sich der Anteil der betroffenen Häuser auf 27,8 bis 37,1 Prozent. Klare Risiko-Schwerpunkte liegen dabei im Rhein-Main-Gebiet sowie in Sachsen.
In diesen Regionen steigt das Hitzerisiko
Regional konzentriert sich das Hitzestressrisiko auf die mittleren und südlichen Landesteile in Deutschland. Das ist nicht sonderlich überraschend: Süddeutschland verfügt über mehr Sonnenstunden und eine intensivere Sonneneinstrahlung. Langanhaltende Hochdrucklagen, die intensive Hitzewellen begünstigen, treten über Süd- und Mitteleuropa häufiger auf, zudem fehlt der ausgleichende Einfluss der Nordsee.
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Die Folgen des Hitzestresses: Anhaltend hohe Temperaturen beanspruchen die Bausubstanz und beschleunigen das Altern von Dächern, Fassaden und Dichtungen. Auch der Kühlbedarf steigt, was wiederum die Betriebskosten erhöht und die Gebäudetechnik stärker belastet. In Häusern ohne Klimaanlagen könnte zudem durch die hohen Innenraumtemperaturen der Nutzungskomfort deutlich eingeschränkt werden.
Gleichzeitig weisen die Studienautoren darauf hin, dass nicht jedes Haus gleichermaßen vom zunehmenden Hitzerisiko betroffen ist – entscheidend seien der Typ und der bauliche Zustand. Schlecht gedämmte Altbauten, Dachgeschosswohnungen oder Gebäude mit hohem Verglasungsanteil heizen sich deutlich stärker auf als gut gedämmte Neubauten mit wirksamem Sonnenschutz. Diese Unterschiede dürften laut Studienautoren in Zukunft immer stärker ins Gewicht fallen – vor allem monetär: „Überhitzungsanfällige Gebäude könnten an Attraktivität und Marktwert einbüßen.“
Starkregen: Beinahe jedes zehnte Haus betroffen
Auch das Risiko für Starkregen wird für immer mehr Gebäude zunehmen. Waren im historischen Referenzzeitraum gerade einmal 0,4 Prozent von diesem Risiko betroffen, könnte – je nach Szenario – bis 2050 mehr als jedes zehnte Haus (11,3 Prozent) diesem Risiko ausgesetzt sein. Selbst im mittleren Szenario steigt der Anteil der durch Starkregen bedrohten Häuser auf 5,9 Prozent.










