Gedämpfte Hoffnungen
Iran-Spannungen belasten US-Börsen – Wall Street schließt schwächer
21.04.2026 – 04:07 UhrLesedauer: 3 Min.
Nach drei Gewinnwochen in Folge geben die US-Börsen nach. Die Spannungen im Nahen Osten treiben die Ölpreise weiter in die Höhe.
Die US-Börsen sind am Montag nach drei Gewinnwochen in Folge leicht gesunken. Grund dafür waren erneute Spannungen zwischen den USA und dem Iran, die Zweifel an der Dauerhaftigkeit der aktuellen Waffenruhe aufkommen ließen.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab minimal nach und schloss mit 49.442 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,2 Prozent auf 7.109 Zähler und der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,25 Prozent auf 24.404 Stellen.
Der Iran hatte am Freitag die Straße von Hormus geöffnet, was an den Märkten für einen Aufschwung gesorgt hatte. Am Wochenende schloss das Land die wichtige Schifffahrtsroute jedoch wieder.
Dies trieb die Ölpreise in die Höhe: US-Leichtöl verteuerte sich um knapp sieben Prozent auf 89,61 Dollar pro Barrel (159 Liter). Nordsee-Öl der Sorte Brent stieg um knapp sechs Prozent auf 95,48 Dollar. Davon profitierten Energiewerte , die zu den stärksten Sektoren im S&P 500 gehörten. Das sogenannte Angstbarometer der Wall Street, der Volatilitätsindex VIX, stieg nach acht Verlusttagen in Folge um 1,57 Punkte auf 19,08 Zähler an.
Es ist weiterhin offen, ob und wann es eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran geben wird. Einem hochrangigen iranischen Regierungsvertreter zufolge erwägt der Iran, an Friedensgesprächen mit den USA in Pakistan teilzunehmen. Zuvor hatte Pakistan Schritte unternommen, um eine US-Blockade iranischer Häfen zu beenden. Einem weiteren Insider zufolge befand sich US-Vizepräsident JD Vance jedoch weiterhin in den USA. US-Präsident Donald Trump hatte hingegen erklärt, Vance werde schon binnen Stunden in Pakistan sein.
„Die Nachrichten vom Wochenende über die erneute Schließung der Meerenge oder das Entern des iranischen Schiffes dämpfen die Hoffnungen auf eine vollständige Wiedereröffnung ein wenig“, sagte Tom Hainlin, Anlagestratege bei U.S. Bank Wealth Management.
Neben der Geopolitik rückte die laufende Bilanzsaison für das erste Quartal in den Fokus. Da man sich mitten in der Berichtssaison befinde, stelle sich zudem die Frage nach möglichen Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Realwirtschaft, sagte Hainlin. „Bisher hat man von den Banken gehört, dass die Verbraucherkredite und die Konsumausgaben in Ordnung aussehen.“
Von den 48 S&P-500-Unternehmen, die bis zuletzt ihre Zahlen vorgelegt haben, übertrafen nach LSEG-Daten 87,5 Prozent die Erwartungen der Analysten. Das Gewinnwachstum liegt derzeit bei 14,4 Prozent.
