Künstliche Intelligenz
Amazon investiert weitere Milliarden in Anthropic
21.04.2026 – 02:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Anthropic ist ein führender Rivale des ChatGPT-Entwicklers OpenAI. Mit Amazon hat die KI-Firma einen starken Partner gefunden.
Amazon vertieft mit einer weiteren Milliarden-Investition die Allianz mit dem OpenAI-Rivalen Anthropic. In einem ersten Schritt wird Amazon 5 Milliarden Dollar ( und 4,2 Mrd. Euro) in den Entwickler des KI-Chatbots Claude stecken, in weiteren Schritten könnten es bis zu 20 Milliarden Dollar mehr werden.
Anthropic will sich im KI-Wettlauf mit der Veröffentlichung einer Reihe neuer Modelle, deren Schwerpunkt auf Programmierung und Design liegt, einen Vorsprung vor anderen KI-Anbietern verschaffen. Amazon wiederum sucht Kunden für seine maßgeschneiderten Chips, die für das KI-Training entwickelt wurden. Anthropic wird auf Amazons Chips mit dem Namen Trainium zurückgreifen. Insgesamt will der Claude-Entwickler in den kommenden zehn Jahren mehr als 100 Milliarden US-Dollar für Halbleiter und Rechenleistung von Amazon ausgeben.
Der weltgrößte Online-Händler ist mit seiner Tochterfirma AWS der weltgrößte Anbieter von Cloud-Diensten. Zuvor war Amazon bereits ein führender Geldgeber von Anthropic mit Investitionen von insgesamt acht Milliarden Dollar.
Anthropic, ein Rivale des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, stand in den vergangenen Monaten wiederholt in den Schlagzeilen. Die Firma riskierte einen Konflikt mit der US-Regierung, da sie trotz massiven Drucks darauf bestand, dass ihre KI-Modelle nicht in autonomen Waffensystemen und zur Massenüberwachung in den USA verwendet werden dürfen.
Das Pentagon erklärte Anthropic daraufhin zu einem Lieferketten-Risiko, was den Einsatz von Software des Unternehmens in Regierungsbehörden schwer beeinträchtigen kann. Die Firma klagt dagegen.
Zuletzt demonstrierte Anthropic aber, wie wichtig Technologie des Unternehmens für die US-Regierung sein kann. Ein neues Anthropic-Modell mit dem Namen „Claude Mythos Preview“, das im April vorgestellt wurde, findet teilweise seit Jahrzehnten unentdeckt gebliebene Schwachstellen in verschiedener Software.
In den falschen Händen wäre es laut dem Unternehmen damit eine gefährliche Cyberwaffe – und könnte zugleich der US-Regierung einen Vorteil geben, eigene Programme zu härten und potenzielle Schwachstellen für Spionage im Ausland auszunutzen. Das Modell ist derzeit nur für etwa 50 Unternehmen der Branche zugänglich. Anthropic hat aktuell keine Pläne, „Mythos Preview“ öffentlich zu machen.
An dem Vorgehen von Anthropic gibt es allerdings auch Kritik. Einige KI-Experten sehen in der Kommunikation des Unternehmens rund um „Mythos Preview“ unter anderem ein Marketing-Manöver – der Leistungszuwachs sei nur mäßig signifikant. Stuft ein Unternehmen sein eigenes Produkt als zu gefährlich für die Öffentlichkeit ein, generiert die Firma nicht nur Aufmerksamkeit, sondern stuft sich auch als verantwortungsvollen Akteur ein.
