Waldbrände in NRW
Flammen rücken auf Monschau zu – Evakuierung in der Eifel
Aktualisiert am 17.08.2026 – 04:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Waldbrand im Hohen Venn erreicht die deutsche Grenze. In Monschau sind 17 Häuser evakuiert, die Flammen sind nur noch rund 300 Meter entfernt.
Die Flammen des größten Waldbrandes in der Geschichte Belgiens haben die deutsche Grenze erreicht. In der Nacht zum Montag standen sie nach Angaben von Monschaus Feuerwehrsprecher Tobias Schell etwa 300 Meter vor den Gebäuden, die am späten Sonntagabend evakuiert worden waren. Betroffen sind 17 Häuser in den Ortslagen Ruitzhof und Geisberg mit rund 30 Bewohnern – sie wurden gegen 22 Uhr in Sicherheit gebracht.
Die Brandbekämpfer hoffen dennoch, die Häuser retten zu können. „Zwischen dem Feuer und den Häusern liegen Wiesen, die wir in den vergangenen Stunden komplett mit Wasser getränkt haben“, sagte Schell. Gegen 16 Uhr sei am Sonntag die Anforderung aus Belgien gekommen, bei der Brandbekämpfung zu helfen.
Wassertransporter im Minutentakt – Anwohner applaudieren
Im Minutentakt rauschten in der Nacht Transporter mit Wassertanks durch Kalterherberg, das zu Monschau gehört, ins Einsatzgebiet. Auf der nächsten Anhöhe war Feuerschein zu sehen. Nicht nur die Wiesen wurden gewässert – auch große Wassertanks für die Löschfahrzeuge wurden ständig aufgefüllt. Einige Menschen applaudierten jedem vorbeifahrenden Einsatzfahrzeug.
Die allermeisten Bewohner der evakuierten Straßenzüge seien bei Verwandten oder Freunden untergekommen, sagte der Stellvertreter der Bürgermeisterin, Franz-Karl Boden. Die eingerichtete Notunterkunft in einer Schule werde zumindest von einigen Betroffenen genutzt.

Zunächst war die Evakuierung von zwei Ortsteilen in Monschau mit rund 5.000 Einwohnern erwogen worden. In der Nacht zu Sonntag waren die Bewohner bereits aufgerufen worden, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten.
Ständig drehender Wind erschwert Löscharbeiten
Der Kampf gegen die Flammen bereitet den Einsatzkräften weiter große Mühe. Besonders zu schaffen mache ihnen der vergleichsweise starke und ständig drehende Wind, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin dem Sender RTL am Sonntagabend. Auf rund 3.000 Hektar lodert jenseits der Grenze das Feuer. Am Sonntag rückten auch deutsche Einsatzkräfte aus der Region Aachen ins belgische Küchelscheid aus, einem Nachbarort von Monschau. Weitere europäische Länder helfen ebenfalls.
Die zerklüftete Landschaft des Hohen Venns erschwert die Löscharbeiten zusätzlich: Es gibt nur wenige Zufahrten, und ausgedehnte Torfmoore machen die Brandbekämpfung schwierig. Das Hochmoor gilt als ökologisch besonders wertvoll.