Brennende Plakate und Helfer attackiert
Vorfälle häufen sich vor Berlin-Wahl
16.08.2026 – 14:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt zu zahlreichen Vorfällen am Wochenende in Berlin. Betroffen sind fast alle großen Parteien.
Am Wochenende wurden in mehreren Berliner Bezirken Wahlplakate zur Abgeordnetenhauswahl von Laternen gerissen, beschädigt und angezündet. Auch Parteimitarbeiter wurden angegriffen. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt in allen Fällen.
Die Vorfälle begannen am späten Freitagabend in Reinickendorf: Auf dem Mittelstreifen der Lindauer Allee wurden zwei Großplakate von CDU und SPD mit dem Wort „Nazi“ und der Zahlenkombination 161 besprüht, sagte ein Polizeisprecher.
Plakate abgerissen, zerschnitten und verbrannt
Am Samstagmorgen beobachtete eine Anwohnerin in Schöneberg den nächsten Vorfall. An der Großgörschenstraße Ecke Katzlerstraße rissen Täter zwei CDU-Plakate von einer Laterne. Beamte fanden die Reste auf dem Gehweg.
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Eine Stunde später brannten ebenfalls in Schöneberg Wahlplakate an der Kulmer Straße. Sie hingen zuvor an einem Laternenmast. Welche Partei betroffen war, ließ sich laut Polizeisprecher nicht mehr feststellen – die Kunststoff-Plakate verbrannten vollständig.
Am Samstagnachmittag entdeckten Beamte an der Müggelheimer Straße in Köpenick ein zerschnittenes CDU-Plakat. Kurz zuvor meldete ein Zeuge einen Vorfall in Zehlendorf: Ein 54-Jähriger soll an der Onkel-Tom-Straße ein Plakat der Linken von einem Lichtmast gerissen haben. Zuvor habe er dort zu lauter Musik getanzt. Ein Atemalkoholtest ergab 2 Promille.
NS-Symbole und brennende Plakate in der Nacht
In der Nacht zum Sonntag wurde ein SPD-Plakat an der Uhlandstraße in Charlottenburg mit NS-Symbolen beschmiert. In Reinickendorf gingen an der Klemkestraße mehrere AfD-Plakate in Flammen auf. Das Feuer beschädigte auch Lichtmasten.
Bereits am Samstagvormittag soll ein 57-Jähriger einen Mitarbeiter am AfD-Stand an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg beleidigt haben. Eine AfD-Mitarbeiterin erstattete zudem Anzeige: Ein 41-jähriger Mann soll sie am Arm festgehalten und Info-Material aus ihrer Hand zerrissen haben.
Die Linke berichtet von einem Überfall auf drei Wahlkampfhelfer im Allende-Viertel in Köpenick. Beim Aufhängen von Plakaten seien sie von zwei Männern beleidigt, bedroht und angegriffen worden. Ein Mitarbeiter wurde verletzt, Wahlplakate beschädigt. „Als Landesverband nehmen wir solche Vorfälle sehr ernst und werden erneut mit unseren Mitgliedern über Sicherheitsmaßnahmen im Wahlkampf sprechen“, teilte die Partei mit. Von den Ermittlungsbehörden erwarte man „konsequente Arbeit, damit die Täter ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden können“.