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Home » Wähler mit Migrationshintergrund wenden sich von Parteien ab
Politik

Wähler mit Migrationshintergrund wenden sich von Parteien ab

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 31, 2026
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Umfrage

Wähler mit Migrationshintergrund wenden sich von Parteien ab

Aktualisiert am 31.08.2026 – 13:32 UhrLesedauer: 3 Min.

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Der Anteil der Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund in Deutschland lag laut Dezim im untersuchten Zeitraum zwischen 12 und 14 Prozent. (Symbolbild) (Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa-bilder)

Immer weniger Menschen mit Migrationshintergrund fühlen sich von deutschen Parteien angesprochen. Die SPD schneidet hier insgesamt noch am besten ab. Für die AfD hat nur eine Gruppe größere Sympathie.

Wählerinnen und Wähler mit Migrationshintergrund gehen noch stärker auf Distanz zu den Parteien als andere Wahlberechtigte. Das zeigen die Ergebnisse einer Untersuchung des Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (Dezim) zur Wahlneigung verschiedener Bevölkerungsgruppen.

Vor allem eine Gruppe geht auf Abstand

Unter deutschen Staatsbürgern mit Migrationshintergrund war der Anteil derer, die eine bestimmte Partei für wählbar halten, demnach im Winter 2024/2025 deutlich geringer als ein Jahr zuvor. Das gilt insbesondere für Wahlberechtigte, die Wurzeln in der Türkei haben, in Nahost, Nordafrika, Afghanistan oder Pakistan. Von ihnen konnte sich zum Zeitpunkt der Befragung nur jeder Zweite vorstellen, jemals CDU oder CSU zu wählen, nach 67 Prozent ein Jahr zuvor. Die SPD rutschte in dieser Gruppe von 71 Prozent auf 60 Prozent ab. Auch die Linke verlor unter Wahlberechtigten mit familiären Wurzeln in diesen Staaten deutlich an Zuspruch.

Fragen der persönlichen Sicherheit im öffentlichen Raum spielen für Menschen mit Wurzeln in arabischen Ländern, der Türkei, Afghanistan und Pakistan eine wichtige Rolle, wie andere Studien zeigen.

Türkische Gemeinde beklagt mangelnde politische Repräsentanz

Zu den Gründen für ihre Abkehr von den Parteien zählten mangelnde politische Repräsentanz und das Gefühl, mit den eigenen Problemen nicht gesehen zu werden, sagt Martin Gerlach, Bundesgeschäftsführer der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD). Eines davon sei die Zunahme von antimuslimischem Rassismus. Dieser stelle auch für Muslime, die selbst nicht religiös seien, ein Problem dar.

AfD kommt bei Zugewanderten aus Ex-Sowjetstaaten besser an

Die AfD kommt bei Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund weniger gut an als bei Wählern, deren Eltern beide von Geburt an Deutsche waren. Einzige Ausnahme sind Menschen, die ihre Wurzeln in Russland oder anderen Staaten der früheren Sowjetunion haben. Im Winter 2024/2025 konnten sich überdurchschnittlich viele Befragte aus dieser Gruppe vorstellen, die Partei zu wählen, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall beobachtet wird und die deutsche Unterstützung für die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland kritisiert. Zwar zählen zu dieser Kategorie auch Deutsche mit ukrainischen Wurzeln. Ihre Zahl ist jedoch verschwindend gering.

Migra-StreikVergrößern des Bildes
In Magdeburg haben Gewerbetreibende mit Migrationshintergrund gestreikt. Sie blicken mit Sorge auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Umfragen sehen die AfD auf dem ersten Platz. (Archivfoto) (Quelle: Peter Gercke/dpa/dpa-bilder)

Die Forscher hatten für ihre Untersuchung nicht gefragt, wen die Teilnehmer der Umfrage wählen würden, wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, sondern, wie wahrscheinlich es ist, dass sie eine bestimmte Partei jemals wählen würden.

SPD trotz mangelnden Vertrauens auf erstem Platz

Danach hat die SPD bei zugewanderten Wählern und ihren Nachkommen insgesamt noch das größte Wählerpotenzial. Rund zwei Drittel der Wahlberechtigten mit Migrationsgeschichte halten die Sozialdemokraten für wählbar. CDU und CSU belegen laut Dezim mit relativ geringem Abstand den zweiten Platz.

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