Wem gehört Wacken?
NDR blickt hinter den Mythos des Metal-Festivals
09.07.2026 – 14:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Aus einer Idee vom Dorf ist ein Millionengeschäft geworden, heute strömen zehntausende Fans zum Wacken Festival. Doch wie viel davon ist noch Ursprung, wie viel Kommerz?
Das Wacken Open Air (29. Juli bis 1. August) ist für viele Fans weit mehr als ein Musikfestival. Doch wie wurde aus einer Idee unter Freunden ein Millionenunternehmen mit internationalen Investoren? Genau dieser Frage widmet sich der neue NDR-Podcast „Wem gehört Wacken? Metal, Mythos, Millionen“, der ab sofort in der ARD Audiothek verfügbar ist.
In sechs Folgen zeichnet Journalistin Maja Bahtijarević die Geschichte des Festivals nach – von den Anfängen im Jahr 1990 bis zur heutigen Rolle als internationale Marke. Dabei hinterfragt sie auch Erzählungen, die sich über Jahrzehnte rund um Wacken etabliert haben.
Wer hat’s erfunden? Podcast soll Antworten liefern
So geht der Podcast etwa der Frage nach, ob das Festival tatsächlich nur auf die Idee der beiden Gründer Holger Hübner und Thomas Jensen zurückgeht. Stattdessen kommen zahlreiche Menschen zu Wort, die nach eigener Darstellung von Beginn an am Aufbau beteiligt waren und deren Anteil an der Geschichte bislang kaum bekannt ist.
Auch der Wandel des Festivals steht im Mittelpunkt. Aus einem gemeinschaftlich organisierten Dorfprojekt ist ein Unternehmen geworden, das seit 2024 mittelbar einem New Yorker Private-Equity-Investor gehört. Der Podcast greift dabei bewusst provokante Fragen auf: Wurde die Seele von Wacken verkauft? Leidet der Festival-Spirit unter wirtschaftlichen Interessen? Und wem gehört Wacken eigentlich – dem Festival, den Investoren oder dem Dorf?
Mitstreiter und Dorfbewohner kommen zu Wort
Neben den Festivalgründern kommen langjährige Mitstreiter, Dorfbewohner und Experten zu Wort. Ihre Einschätzungen fallen teils deutlich aus. Während Finanzanalyst Stefan Loipfinger sagt, die Seele des Festivals sei „definitiv“ verkauft worden, hält Mitgründer Thomas Jensen dagegen: Entscheidend sei, ob die neuen Eigentümer weiterhin auf die Fans hörten.
Mit dem Podcast will der NDR nach eigenen Angaben nicht nur die Geschichte des Festivals erzählen, sondern auch zeigen, wie aus einem Dorfprojekt eine weltweit bekannte Marke wurde – und welche Folgen diese Entwicklung für Wacken selbst hat.
