Es gibt einen wichtigen Haken
Im Test: Diese Blitzer-Apps warnen zuverlässig
12.09.2026 – 15:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Blitzer.de, Waze, TomTom und andere Apps versprechen Warnungen vor Tempokontrollen. Ein aktueller Test zeigt deutliche Unterschiede – und es gibt einen Haken.
Inhaltsverzeichnis
- Darf man Blitzer-Apps überhaupt benutzen?
- Warum darf das Radio vor Blitzern warnen?
Die Auswahl an Blitzer-Apps ist groß. Doch welche warnt zuverlässig – und welche übersieht eine Kontrolle? Das Technikportal „Chip“ hat Blitzer.de Pro, Waze, TomTom, Sygic und Radarbot auf mehreren Hundert Kilometern ausprobiert. Dabei ging es unter anderem um mobile und feste Blitzer, die Datenqualität sowie die Navigation.
Der Testsieger: Blitzer.de Pro
Als Testsieger geht Blitzer.de Pro hervor. Im Test kamen die Hinweise rechtzeitig und wiederholt, die Datenqualität bewertet das Technikmagazin „Chip“ als hoch. Auch die Navigation überzeugte weitgehend. Die Pro-Version kostet rund zehn Euro einmalig.
Die kostenlose Google-App Waze hält nach Einschätzung der Tester überraschend gut mit. Mobile Blitzer und andere Gefahren erkannte sie im Test ebenfalls äußerst zuverlässig, zudem bewertet „Chip“ die Navigation als sehr gut. Abzüge gibt es vor allem für die teilweise verspielte Darstellung und häufige Warnungen.
Bei der eigentlichen Navigation gehört TomTom zu den stärkeren Kandidaten. Bei den Blitzerwarnungen zeigte die App hingegen Schwächen: Die Tester bemängeln unter anderem eine mäßige Erkennung mobiler Blitzer und eine geringere Datenqualität. Ungünstig: Blitzer lassen sich vorab nicht einsehen – damit gibt es ein rechtliches Problem, wie Sie weiter unten nachlesen können.
Sygic bietet viele Zusatzfunktionen und eine gute Kartendarstellung. Im Test blieben die Verkehrswarnungen allerdings teilweise unvollständig. Für die Blitzerfunktion ist zudem ein kostenpflichtiges Abo (20 Euro im Jahr) nötig. Auch hier sind Blitzer nicht vorab einsehbar.
Auch Radarbot kombiniert Navigation mit zahlreichen Warnfunktionen. Nach Angaben von „Chip“ waren jedoch nicht alle Blitzerstandorte bekannt. Hinzu kommt ein kostenpflichtiges Abo (35,99 Euro im Jahr); die Navigation und Kartendarstellung bewerteten die Tester dagegen positiv.
Darf man Blitzer-Apps überhaupt benutzen?
Es gibt jedoch einen wichtigen Haken. Die Apps selbst sind zwar in Deutschland nicht verboten. Anders sieht es mit ihrer Blitzerfunktion während der Fahrt aus: Nach § 23 der Straßenverkehrsordnung darf ein Autofahrer kein technisches Gerät betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören.
Wer sich am Steuer per App vor Blitzern warnen lässt, riskiert 75 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg. Auch der Beifahrer darf nicht behilflich sein: Das Oberlandesgericht Karlsruhe entschied, dass eine vom Beifahrer verwendete Blitzer-App nicht dazu dienen darf, den Fahrer vor Kontrollen zu warnen.