Was ist nötig, um ideale Bedingungen für Innovation und Wachstum zu schaffen? Dieser Frage geht Lucie Beránková schon lange nach. Beránková ist Analystin beim Thinktank Second Economic Transformation (2ET), einer Initiative tschechischer Unternehmer, die darauf abzielt, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu stärken. Für sie ist der Transfer von Forschungsergebnissen in die praktische Anwendung einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. „Deutschland steht hier sehr gut da. In Tschechien schauen wir uns derzeit genau an, wie beispielsweise die Fraunhofer-Institute Wissenschaft und Industrie zu einem leistungsstarken Innovationscluster zusammenbringen.“
Gemeinsam mit 15 weiteren internationalen Gästen konnte sich Lucie Beránková aus erster Hand ein Bild machen. Als Teilnehmerin des Besucherprogramms der Bundesrepublik Deutschland hatte sie Gelegenheit, sich mit Forschern des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik in Berlin auszutauschen, sich über den Innovationscluster Silicon Saxony in Dresden zu informieren, die Fabrik des Chipherstellers Infineon zu besichtigen und die Hannover Messe, eine der weltweit größten Messen für Industrietechnologie, zu besuchen. „Besonders beeindruckt hat mich, wie es den deutschen Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft gelungen ist, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Entscheidend ist: Alle müssen an einem Strang ziehen, damit Innovationen wirklich funktionieren.“
Technologiepark Adlershof: Der Brückenschlag zwischen Idee und praktischer Anwendung
Auch ein Rundgang durch den Technologiepark Adlershof im Süden Berlins stand auf dem Programm. Adlershof ist kein reiner Forschungspark. Hier arbeiten Universität, Start-ups und etablierte Unternehmen direkt nebeneinander. Die Idee besteht darin, die Lücke zwischen Wissen und Anwendung zu schließen. Auf dem 4,6 Quadratkilometer großen Gelände ist seit 1991 ein ganzes Quartier entstanden. Neben dem naturwissenschaftlichen Campus der Humboldt-Universität sind in Adlershof auch zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und rund 1.300 Unternehmen beheimatet. Der Standort gilt als Deutschlands größter Forschungs- und Technologiepark.
Im Rahmen ihres Besuchs hatten die Gruppenmitglieder Gelegenheit, ein Labor zur Weiterentwicklung von Solarzellen am Centrum für Materialwissenschaft Berlin (CSMB) der Humboldt-Universität zu besichtigen. Hier wird an sogenannten Tandem-Solarzellen geforscht. Diese kombinieren zwei unterschiedliche Halbleitermaterialien und erreichen so deutlich höhere Wirkungsgrade als herkömmliche Siliziumzellen. Auch für das CSMB gilt, dass Forschungsergebnisse direkt von außeruniversitären Einrichtungen und Unternehmen genutzt werden können. Der Tech-Journalist Justin Hendry aus Australien glaubt, dass dies der perfekte Weg ist, um dauerhaften Erfolg sicherzustellen. „Genau wie viele andere Länder stehen auch wir derzeit vor der Herausforderung, die Technologie in die Anwendung zu überführen. Eine der bedeutendsten Innovationen im Bereich der Solartechnologien wurde in Australien entwickelt. Allerdings konnten wir daraus noch keinen kommerziellen Nutzen ziehen.“











