Auch Berlin betroffen

Weltkriegsbomben: Hunderte Haushalte betroffen

Aktualisiert am 27.09.2026 – 19:12 UhrLesedauer: 2 Min.

Fahrzeug der Kampfmittelbeseitigung (Archivbild): In einem Waldgebiet muss Munition gesprengt werden. (Quelle: IMAGO/Swaantje Hehmann/imago)

Im Wald bei Groß Glienicke lagert Munition. Jetzt rückt der Kampfmittelbeseitigungsdienst an – und sperrt dabei eine Bundesstraße.

Am Mittwoch (30. September) müssen rund 850 Menschen rund um Groß Glienicke ihre Häuser verlassen. Das teilte die Landeshauptstadt Potsdam in einer Mitteilung mit.

Bei einer Munitionssuche im Auftrag der Bundesimmobilienverwaltung stießen Fachleute auf Bomben, Granaten und Handgranaten aus dem Zweiten Weltkrieg. Einen Teil der Munition transportierten sie bereits ab. Was übrig blieb, lässt sich nicht sicher bewegen – der Kampfmittelbeseitigungsdienst Brandenburg sprengt diese Reste am Mittwoch in vier Phasen kontrolliert.

Weltkriegsbombe: Haushalte in Berlin betroffen

Rund um die Groß Glienicker Heide gilt dann ein Sperrkreis von 1.500 Metern. Bis 9.30 Uhr müssen rund 700 Bewohner der Waldsiedlung Groß Glienicke das Gebiet verlassen haben. Auch etwa 150 Menschen in Berlin-Gatow sind betroffen, weil Teile des Bezirks Spandau im Sperrkreis liegen. In Dallgow-Döberitz trifft die Sperrung nur eine landwirtschaftliche Fläche.

Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Brandenburg sagte, die Kampfmittel stammten überwiegend aus deutscher, teils auch aus alliierter Produktion. Sie seien im Sommer 1945 vom Flugplatz Gatow in das Waldgebiet gebracht worden.

Bundesstraße 2 muss gesperrt werden

Autofahrer müssen mit erheblichen Umwegen rechnen. Die B 2 ist ab 9.30 Uhr gesperrt. Wer Richtung Berlin fährt, wird über Ritterfelddamm, Kladower Damm und Gatower Straße zur Heerstraße umgeleitet – in Gegenrichtung gilt dieselbe Strecke umgekehrt. Auch die L 20 nach Seeburg und Falkensee ist ab dem Kreisverkehr vor Groß Glienicke gesperrt. Die Buslinien 604 und 638 fahren Umleitungen; der letzte Bus der Linie 604 verlässt den Sperrkreis kurz nach 9.30 Uhr Richtung Falkensee.

Rund 120 Einsatzkräfte der Landeshauptstadt sichern den Sperrkreis auf Potsdamer Stadtgebiet ab. Die Einsatzleitung liegt beim Ordnungsamt Potsdam, das mit Behörden aus dem Landkreis Havelland und dem Berliner Bezirk Spandau zusammenarbeitet. Kai Lange vom Ordnungsamt nannte es das erste Mal, dass eine solche Lage gemeinsam mit einem Nachbarlandkreis und über die Landesgrenze nach Berlin hinweg bewältigt werde.

Potsdamer Bürgerinnen und Bürger erreichen die Behördennummer 115 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr. Alle rechtlichen Regelungen stehen in einer Allgemeinverfügung unter www.potsdam.de/amtsblatt.

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