Sehr gute Wasserqualität

Verschwunden geglaubtes Tier wieder im Gardasee gesichtet


11.09.2026 – 12:40 UhrLesedauer: 2 Min.

imago images 0852124152

Panoramablick auf das Dorf Malcesine mit der Scaligero-Burg am Gardasee: Für Deutsche ist der größte See Italiens ein beliebtes Urlaubsziel. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Stefano Orazzini)

Erfolg am Gardasee: Eine Krabbe, die jahrelang nicht gesichtet werden konnte, verbreitet sich wieder. Ihre Anwesenheit spricht für eine gute Wasserqualität.

Rund 18 Millionen Besucher kommen allein in den Sommermonaten an den Gardasee in Norditalien, insgesamt sind es pro Jahr 27 Millionen Touristen. Der Massenansturm ist eine große Belastung für das Ökosystem des Sees, seine Wasserqualität spielt eine große Rolle. Dass sie offenbar sehr hoch ist, zeigt jetzt ein überraschender Fund.

Die Süßwasserkrabbe ist wieder im Gardasee anzutreffen. Das teilten die Umweltschützer des WWF Bergamo Brescia jetzt auf ihrer Facebook-Seite mit. Taucher hätten entlang des Veroneser Ufers „nach Jahren der Abwesenheit“ zahlreiche Tiere entdeckt, darunter auch Jungtiere. Die Naturschützer schreiben: „Jede Art, die zurückkehrt, ist ein Erfolg – aber zugleich auch eine Mahnung: Der Schutz des Sees darf nicht aufhören.“

  • Am Strand: Das sollten Sie tun, wenn die lila Flagge weht
  • Wegen Raubüberfällen: Rom richtet „rote Zone“ am Kolosseum ein

Taucher suchten eigentlich invasive Arten

Dabei waren die Taucher eigentlich auf der Suche nach anderen Tieren. Bei ihren Untersuchungen wollten sie invasive Arten im Gardasee aufspüren, berichtet die Tageszeitung „Corriere del Veneto“. Stattdessen entdeckten sie in sechs bis acht Metern Tiefe Exemplare der Flusskrabbe Potamon fluviatile. Fotos und Filmaufnahmen zeigen erwachsene und junge Tiere zwischen Steinen und Wasserpflanzen.

Nach Angaben des WWF Bergamo Brescia deutet das darauf hin, dass sich an einigen Stellen des Gardasees wieder stabile Populationen gebildet haben. In den vergangenen Jahrzehnten war die Art in Norditalien stark zurückgegangen. Als Gründe gelten unter anderem Wasserverschmutzung, der Verlust geeigneter Lebensräume, Veränderungen von Wasserläufen und illegaler Fang.

Flusskrabbe frisst invasive Art

Für die Forscher ist die Rückkehr auch deshalb bemerkenswert, weil die Flusskrabbe als Indikator für ein gesundes Süßwasserökosystem gilt. Die Tiere reagieren empfindlich auf schlechte Wasserqualität, etwa auf Schadstoffe oder Sauerstoffmangel. Wo sie dauerhaft vorkommen und sich vermehren, finden sie in der Regel sauberes, sauerstoffreiches Wasser und geeignete Lebensräume vor.

Eine weitere Beobachtung der Taucher könnte für den Gardasee von Bedeutung sein: Die Flusskrabben fressen offenbar auch Zebramuscheln. Die aus anderen Regionen eingeschleppte Art breitet sich seit den 1980er-Jahren im Gardasee aus und gilt dort als invasiv. Die heimische Krabbe könnte damit auf natürliche Weise dazu beitragen, ihre Bestände zumindest örtlich zu begrenzen.

Der WWF will die Population nun weiter beobachten und ihre Verbreitung im See kartieren. Dabei helfen auch Meldungen von Tauchern und anderen Besuchern. Wer eine Flusskrabbe entdeckt, soll das Tier nach Angaben der Naturschützer weder fangen noch stören, sondern den Fund möglichst mit Fotos oder Videos dokumentieren.

Share.
Exit mobile version