Das ist der Grund

Experten: Milchprodukte werden bald teurer


11.09.2026 – 10:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Glas Milch in einem Kuhstall (Symbolbild): Milch hat im Sommer aus mehreren Gründen weniger Rahm. (Quelle: Marius Schwarz)

Deutsche Bauern produzieren immer mehr Milch. Dennoch sind Experten und Marktbeobachter davon überzeugt, dass Milchprodukte bald teurer werden.

Rohmilch gibt es in Deutschland zurzeit so viel wie nie. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) meldete im Sommer einen Anstieg in der konventionellen Milchproduktion um 6,2 Prozent, bei der Bio-Milch um 7 Prozent. Dennoch gehen Experten davon aus, dass sich Milchprodukte wie Käse, Quark und Joghurt in den kommenden Monaten in Deutschland verteuern. Warum das?

In der laufenden Woche hat Aldi seine Preise für Butter erhöht. Hintergrund sind laut dem Branchenblatt „Lebensmittel Zeitung“ (LZ) die niedrigeren Rahm-Anteile in der Rohmilch. Sie gehen im Sommer aufgrund von Hitze und sich verändernder Ernährung der Milchkühe traditionellerweise nach unten. Experten sehen darin nun ein Zeichen für die weitere Preisentwicklung.

Es geht um die Milch: „Taktieren geht los“

„Das Taktieren geht jetzt los“, sagte der Vertriebschef einer Molkereigenossenschaft zum aktuellen Stand der „LZ“. Der Handel habe erste Ausschreibungen für die Weiße Linie – gemeint sind damit Milchprodukte – ab 2027 online gestellt. Die Rahmenbedingungen sprächen eindeutig für Preiserhöhungen, sei aus der Branche zu hören.

Dafür spricht den Angaben zufolge auch der Export in den Mittleren Osten und nach Asien. Er laufe gut. „Bei allen Käsesorten gibt es eine sehr gute Nachfrage“, erfuhr die Zeitung von der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse in Kempten. Die Preise für Milchpulver setzten dort und an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade ihren Aufwärtstrend fort und würden teilweise kräftig zulegen.

Abgeleitet aus diesen Märkten müssten auch Milchfrischprodukte wie Trinkmilch und Quark teurer werden, heißt es. Quark profitiere vom derzeitigen Proteintrend in ganz Europa und von knappen Produktionskapazitäten. Quark war im Jahresverlauf bereits teurer geworden, während der Preis für frische Vollmilch mit 95 Cent pro Liter 2026 bisher stabil geblieben ist.

Auf dem Berliner Milchforum im März dieses Jahres hatte Hochwald-CEO Detlef Latka als Vorsitzender des Milchindustrie-Verbands gefordert, die laufenden Kontrakte für die Weiße Linie mit den Kunden im Lebensmittelhandel nachzuverhandeln. Man müsse die stark gestiegenen Kosten als Preiserhöhungen weiterreichen.

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