Tarifstreit im Einzelhandel
Verdi ruft zu bundesweitem Warnstreik auf
Aktualisiert am 02.07.2026 – 15:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Tarifverhandlungen im Handel stocken. Jetzt ruft die Dienstleistungsgesellschaft Verdi ihre Mitglieder zu einem Warnstreik auf.
Die Dienstleistungsgesellschaft Verdi hat ihre Mitglieder im Handel für Freitag, 3. Juli zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen. Zentrale Kundgebungen soll es in Dortmund, Wiesbaden und Berlin geben. Hintergrund sind stockende Tarifverhandlungen mit der Arbeitgeberseite. Die nächsten Verhandlungstage für den Einzellhandel sind für den 6. und 10. Juli angesetzt.
„Die Arbeitgeber spielen in dieser Tarifrunde erneut auf Zeit – daher werden wir jetzt den Druck noch einmal erhöhen“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer.
Im Handel sind laut Gewerkschaft rund 5,2 Millionen Menschen beschäftigt. Die Arbeitgeber im Einzelhandel boten zuletzt in Nordrhein-Westfalen nach sechs Nullmonaten zum 1. November 2026 eine Entgeltsteigerung von 2,4 Prozent an – und nach weiteren drei Nullmonaten zum 1. August 2027 zusätzliche 2,0 Prozent.
Die Branche steckt in einem tiefen Umbruch. In der Pandemie zog der Online-Handel kräftig an. Die Folgen spürt der stationäre Handel bis heute. Hinzu kommen selbstverschuldete Probleme wie bei Kaufhof Galeria durch den österreichischen Investor René Benko.
So rechnet der Branchenverbandes HDE damit, dass die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte in diesem Jahr um 4.500 sinkt und damit erstmals unter 300.000 fällt. 2015 waren es noch rund 370.000 Geschäfte. „Der Leerstand in den Innenstädten wird von Jahr zu Jahr sichtbarer. Die Entwicklung ist dramatisch. Unsere Stadtzentren müssen wieder attraktiver werden“, warnte HDE-Präsident Alexander von Preen.
Er forderte unter anderem eine steuerliche Begünstigung von Investitionen in den Ladenbau, die Digitalisierung, in die Renovierung von Fassaden, aber auch den Einbau neuer Heizungs- und Klimatechnik. „Die Politik muss jetzt die Voraussetzungen dafür schaffen, dass unsere Innenstädte als wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentren erhalten bleiben“, erklärte von Preen.
