Ungesunde Produkte in der Kassenzone
Verbraucherzentrale kritisiert Discounter
28.04.2026 – 13:36 UhrLesedauer: 2 Min.
An der Supermarktkasse lauern Süßigkeiten, Alkohol und Tabakwaren. Eine neue Untersuchung zeigt, wie gezielt Händler die sogenannte Quengelzone nutzen.
Man hat den Einkauf eigentlich schon fast hinter sich, steht bereits an der Kasse und plötzlich fallen sie einem ins Auge: eine Auswahl leckerer Schokoriegel, Kaugummis oder kleiner Packungen mit Nüssen. Gerade mit Kindern wird das Anstehen an der Kasse zur echten Geduldsprobe – nicht umsonst wird sie auch „Quengelzone“ genannt.
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat nun die Warenangebote an 82 Kassenbereichen von 22 Supermärkten, Discountern, Biomärkten und Drogerien untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd. Bei den meisten Einzelhändlern ist von gesunden Angeboten und Snacks keine Spur. Stattdessen dominieren ungesunde und suchtfördernde Produkte.
Süßigkeiten wurden laut des Berichts der Verbraucherzentrale an mehr als 80 Prozent der getesteten Kassen gefunden. Nur ein Einzelhändler hatte gar keine Lebensmittel im Kassenbereich: der Drogeriemarkt dm. Auch alkoholische Getränke – oft in Form von kleinen Schnapsflaschen – finden sich oft in der „Quengelzone“. Bei fast allen Supermärkten und Discountern wurden im Test alkoholhaltige Getränke an der Kasse gefunden. Lediglich die Drogerien Budni, dm und Rossmann sowie der Biomarkt Alnatura verzichten darauf.
Auch Zigaretten, Vapes und Rauchzubehör gehören bei Discountern und Supermärkten zur Grundausstattung im Kassenbereich. Bei Penny und Aldi wurden bei der Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg in allen getesteten Filialen Tabakwaren gefunden.
„An Regalen, die einen in Versuchung führen, kann man vorbeigehen, an der Kasse müssen wir alle stehen“, erklärt Jana Fischer von der Verbraucherzentrale. Besonders für Eltern mit Kindern oder Menschen mit Suchterkrankungen kann das Kassensortiment eine Herausforderung sein. Studien belegen, dass Produkte, die gut sichtbar und länger im Blickfeld von Kunden sind, öfter gekauft werden. „Die Platzierung von Produkten an den Kassen liegt in der Hand der Supermärkte und Discounter. Der Handel sollte Menschen dabei unterstützen, sich gut zu ernähren, statt gezielt Kaufanreize für ungesunde Produkte zu setzen“, fordert Fischer.










