Laut Studie
Darmflora könnte schon Jahre vorher auf Volkskrankheit hinweisen
09.07.2026 – 15:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Veränderung bei den Darmbakterien könnte bereits Jahre vor der Erkrankung auf ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes hinweisen. Dies zeigt eine neue Studie.
Lange bevor sich ein Typ-2-Diabetes bemerkbar macht, könnte sich das Risiko, daran zu erkranken, bereits im Darm abzeichnen. Das legt eine schwedische Studie nahe, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Cell Reports Medicine“ veröffentlicht wurde. Demnach unterscheiden sich bestimmte Darmbakterien schon Jahre vor der Diagnose von denen gesunder Menschen. Künftig könnten womöglich Stuhlproben helfen, Betroffene mit erhöhtem Risiko früher zu erkennen.
Bestimmte Bakterien als frühe Warnzeichen
Für die Untersuchung analysierten Forscher der Chalmers University of Technology die Stuhlproben von 4.685 Erwachsenen. Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 5,3 Jahren erkrankten 383 Teilnehmer an Typ-2-Diabetes.
Die Wissenschaftler fanden dabei insgesamt neun Bakterienarten, die mit einem späteren Diabetesrisiko in Zusammenhang standen. Sie könnten künftig als sogenannte Biomarker dienen – also als messbare Hinweise darauf, wie hoch das persönliche Erkrankungsrisiko ist.
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Ballaststoffe könnten entscheidend sein
Besonders überraschend war der Befund zur Darmbakterienart Akkermansia muciniphila. Sie gilt eigentlich als gesundheitsförderlich. Womöglich hängt ihre Wirkung jedoch von der Ernährung ab, glauben die Forscher.
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Wer ausreichend Ballaststoffe verzehrt, liefert den Bakterien ihre bevorzugte Nahrungsquelle und trägt dadurch zu positiven Effekten bei. Werden jedoch zu wenig Ballaststoffe aufgenommen, greifen sie stattdessen offenbar die schützende Schleimschicht des Darms an. Das könnte Entzündungen und Stoffwechselveränderungen fördern, die mit einer Insulinresistenz und dadurch mit Typ-2-Diabetes in Verbindung stehen.
Auch für die Bakterienart Coprococcus catus fanden die Forscher einen Zusammenhang: Kam sie nur in sehr geringer Menge vor, war das Diabetesrisiko erhöht.
Bis zur Anwendung dauert es noch
Die Ergebnisse müssen nun in weiteren großen Studien bestätigt werden. Erst dann lässt sich einschätzen, ob Stuhlproben zukünftig die bisherige Risikobewertung – etwa anhand von Faktoren wie Übergewicht, familiärer Vorbelastung oder Blutzuckerwerten – sinnvoll ergänzen können.
Unabhängig davon bestätigen die Ergebnisse bisherige Ernährungsempfehlungen: Eine ballaststoffreiche Kost mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten unterstützt nicht nur die Darmflora, sondern könnte auch helfen, das Risiko für Typ-2-Diabetes zu senken.









