Auch Zeitspiel und Platzverweise betroffen
Mehr Macht für den VAR – Neuerungen zur WM 2026
05.05.2026 – 11:16 UhrLesedauer: 4 Min.
Die Zuschauer müssen sich bei der WM 2026 auf einige Veränderungen einstellen. Der VAR darf häufiger eingreifen, Zeitspiel soll zudem stärker unterbunden werden.
An der WM 2026 nehmen erstmals 48 Nationen teil, in den USA, Kanada und Mexiko wird damit, gemessen an der Zahl der Teilnehmer und der Partien, die bis dato größte Weltmeisterschaft der Geschichte stattfinden. Dabei ändert sich nicht nur der Modus, sondern auch einiges auf dem Platz. Vor allem an den Befugnissen des Video Assistant Referee (VAR, Videoassistent oder Videoschiedsrichter) hat die Fifa Veränderungen vorgenommen.
In welchen Spielsituationen sich der VAR einschalten darf, ist über sämtliche Wettbewerbe hinweg vom International Football Association Board (Ifab) genau definiert. Der VAR überprüfte bis zuletzt Tore in ihrer Entstehung, (mögliche) Rote Karten, (mögliche) Elfmeter sowie Spielerverwechslungen. Das Ifab hat im Februar aber mehrere Regeländerungen verabschiedet, die mit dem Beginn der WM 2026 greifen.
Der VAR wird künftig auch auf falsch gegebene Eckbälle aufmerksam machen. Dies soll in Echtzeit erfolgen, um den Spielfluss nach Möglichkeit nicht zu stören. Ob diese Regelung ab der neuen Saison auch in der Bundesliga Anwendung findet, ist noch offen. Das Ifab überlässt bei dieser Maßnahme den Organisatoren der einzelnen Wettbewerbe die Entscheidung über eine Einführung.
Neu ist auch, dass der VAR bei Gelb-Roten Karten die zweite Gelbe überprüfen darf, sofern der Schiedsrichter auf dem Feld diese gezeigt hat. Der Videoassistent darf sich nicht einschalten, wenn der Schiedsrichter auf dem Feld einem bereits verwarnten Spieler keine zweite Gelbe Karte gezeigt hat.
Die Fifa selbst hat auch eine Überarbeitung der Gelbsperren vorgenommen. In der Vergangenheit war ein Spieler nach seiner zweiten Gelben Karte für die darauffolgende Partie gesperrt. Das führte 2002 dazu, dass DFB-Profi Michael Ballack das Endspiel gesperrt verpasst hat. In der Folge wurde die Regelung eingeführt, dass die Anzahl an gesammelten Gelben Karten nach dem Viertelfinale zurückgesetzt wird.
Im Kern bleibt die bisherige Mechanik bestehen: Ein Spieler wird nach zwei Gelben Karten für eine Partie gesperrt, während des Turnierverlaufs wird die Anzahl gesammelter Karten aber zweimal zurückgesetzt: zum ersten Mal nach den drei Gruppenspielen, ein zweites Mal nach dem Viertelfinale. Die Fifa hat diese Änderung wegen der zusätzlichen Runde des Sechzehntelfinales eingeführt.
